Niplheim’s Hunter – Branded Azel

Nachdem Hentai-RPGs in 2018 es bei uns im Westen zu großer Popularität geschafft haben, wird ihr Siegeszug auch in diesem Jahr sicher nicht stoppen. Doch Kagura Games ist nicht der einzige Publisher von japanischen Doujin-Spielen. Immer mehr japanische Indie-Developer entdecken den westlichen Markt und aufstrebende Übersetzer, die des japanischen mächtig sind, übernehmen den Job diese hier rauszubringen.
So hat auch der recht populäre Developer Black Train sich entschlossen seine Fühler über den großen Teich zu werfen und den Newcomer HappyHand mit der Übersetzung seines neusten Spiels Niplheim’s Hunter – Branded Azel zu beauftragen.

Niplheim’s Hunter – Branded Azel ist ein Sequel zu dem bisher noch nicht lokalisierten BRANDED AZEL, einer Prostitutions-Simulation, in der die Protagonistin Azel erstmals vorgestellt wurde. Niplheim’s Hunter erweitert die Geschichte um Azel nun sinnvoll und schließt sie dabei auch endgültig ab. Im Vergleich zu Black Trains vorherigen Spielen ist Niplheim auch erstmal ein vollwertiges RPG mit einem Fokus auf Dungeon Crawling, Items sammeln und Ausrüstung schmieden.

Story

Als junges Mädchen wurde Azel mit einem Brandzeichen belegt, das zwar ihre Kräfte verstärkt, aber auch ihre Lust. Seit diesem Tag muss sie auf ihren Reisen ständig ein Ventil für ihre angestaute Wollust finden, seien es fremde Personen, Monster oder andere Dinge, denen sie begegnet. Das nervt sie ziemlich, und so wurde das Ziel ihrer Reise die Person zu finden, die sie mit diesem Fluch belegt hat, denn nur diese Person hat die Macht, ihn aufzuheben.

Auf ihren Reisen trifft sie auf einen jungen Schmied, der beschließt, sie zu begleiten, da er Mitleid für ihre Situation empfindet (und sich außerdem auch perfekt als immer präsentes Opfer für Azels Fluch eignet, damit sie nicht mehr jeden anderen, der ihr über den Weg läuft anspringen muss).
Zusammen erreichen sie Niplheim, wo, so vermuten sie zumindest anhand der Informationen, die sie bisher einholen konnten, die beiden herausfinden können, wo sich das Ziel ihrer Suche derzeit aufhält.

Schnell finden sie heraus, dass die hiesige Kneipe nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten kann, während sie in Niplheim bleiben, sondern auch als Gilde fungiert, die den Abenteurern, die sich hierher verirren, Aufgaben zur Monsterjagd anbietet. Also entscheiden sich der Schmied und Azel fürs erste der Gilde bei der Monsterjagd auszuhelfen, während sie die Bewohner von Niplheim näher kennenlernen können und dabei vielleicht an die Informationen gelangen können, um Azel endgültig von dem Brandzeichen zu befreien.

Wenn ihr die offizielle Beschreibung des Spiels lest, werdet ihr noch mehr Informationen zu der Hintergrundgeschichte dieser Welt erfahren; Von einem Kampf zwischen Menschen und Monstern wird dort geredet und wie Niplheim als Hort allen Bösens gelten soll.
Ich verzichtete bei meiner Beschreibung darauf, weil nichts davon auch nur irgendwie eine Rolle spielt. Niplheim’s Hunter ist eines dieser Spiele, die sich eine Alibi-Handlung mit einem Alibi-Setting ausdenken… und dann nichts davon im eigentlichen Spiel unterbringen. Sicher, am Anfang des Spiels gibt es einen kurzen Beschreibungstext, so ähnlich wie ich es eben angerissen hatte, und ab und zu gibt es einen NPC, der einen kurzen Satz darüber fallen lässt, wie dystopisch doch diese Welt sei, aber nichts davon wird der Spieler mitbekommen.

Charaktere

Nun, das mag vielleicht auch gar nicht so wichtig sein, denn die Hauptperson ist nicht Niplheim sondern Niplheims Jäger: Azel.

An dieser Stelle muss ich bereits etwas vorgreifen und bereits das Kernelement dieses Spiels und seine Kernschwäche besprechen, denn ohne diesen Sachverhalt klarzustellen wäre weder eine faire Besprechung noch eine angemessene Empfehlung möglich:
Niplheim’s Hunter – Branded Azel ist ein Nukige.

Und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes; du wirst dieses Spiel nicht wegen der Story, nicht wegen des Gameplays, sondern nur wegen des Hentais spielen.
Das ist wichtig, denn im Folgenden werde ich jegliches Spielelement nur unter einem Gesichtspunkt betrachten: Ist es dem Fappen zugänglich?
Jede andere Sichtweise, das kann ich jetzt schon verraten, würde dieses Review zu einem Verriss machen.
Niplheim’s Hunter ist keine gute Visual Novel. Und schon gar kein gutes JRPG. Aber das ist vernachlässigbar, wenn es eine gute Fappierungsvorlage sein kann!

Ich erwähne das extra an dieser Stelle, weil die anderen Hentai-RPGs, die wir auf unserer Seite vorstellen – zumindest die meisten – auch ohne den Porn noch gute Geschichten mit interessanten Charakteren erzählen und anspruchsvolles Gameplay bieten können.
Niplheim’s Hunter kann das nicht – und wollte es wahrscheinlich auch gar nicht. Doch dazu später mehr…

Azel

Azel ist eine freche Tsun-Schlampe. Und ich meine das so liebenswürdig, wie es klingen kann. Black Train ist bekannt für seinen Artstyle, der besonderen Wert auf die Gesichtsausdrücke legt. Es ist ein Spaß Azels ausdrucksstarke Reaktionen zu sehen – sowohl, wenn ihr jemand in einer Unterhaltung Paroli bietet, als auch wenn sie jemand während einer Hentai-Szene besonders hart… gern hat.

Schmied

Der Schmied, dessen Namen der Spieler frei wählen kann, ist ein typischer, netter junger Mann. In einer gewissen Weise soll er wohl den Spieleravatar verkörpern, aber er ist nicht der Protagonist (also die treibende Kraft der Handlung). Er ist nur einer der vielen Support-Charakere, die Azel auf ihrer Suche helfen.
Wenn man sich zu sehr mit ihm identifiziert, könnte das durchaus dafür sorgen, dass der Spieler gewisse NTR-Vibes verspürt. Azel wird während ihres Aufenthalts in Niplheim mit einer Vielzahl verschiedener Männer schlafen – sicherlich, auch mit dem Schmied, aber nicht nur. Ebenso wird aber auch der Schmied ein paar Abenteuer mit den Frauen in der Stadt haben. Es gibt eine implizierte Romantik zwischen dem Schmied und Azel, und Azel kann auch mal eifersüchtig sein, wenn sie sieht, wie der Schmied Zeit mit einer der anderen Frauen verbringt, aber dies hat nie irgendwelche Konsequenzen, was ich als vertane Chance ansehe, aber sicher damit zu tun hat, dass das Spiel kein Interesse daran hat, dem Spieler schlechte Gefühle oder unnötige Gedanken auf den Weg mitzugeben. Wie ich bereits erwähnt habe, ist dies ein Nukige. Es lebt im Moment und hat kein Problem nach einer Vielzahl von sexuellen Eskapaden, die den gesamten Cast einschließen, ein romantisches Stelldichein zwischen Azel und dem Schmied zu zeigen, als wäre es wahre Liebe.

Der weitere Support-Cast umfasst:

Sary – Die fröhliche Rezeptionistin der Gilde. Sie findet immer einen Grund zu feiern. Sei es der Tag Azels Ankunft oder das eintägige Jubiläum ihrer Ankunft.
Rita – Eine Frau weniger Worte, die den Waffenladen von Niplheim führt.

Die drei weiblichen Charaktere sind während der Hentai-Szenen synchronisiert. Die bekannten Doujin-Sprecherinnen leisten solide Arbeit, aber nichts herausragendes. Allerdings kann man aus dem gegebenen Script auch nicht viel machen.

Master – Der unfreundliche Besitzer der Kneipe, der zudem auch der Leiter der Gilde ist. Er ist besonders abweisend zu Azel und möchte sie nicht auf Missionen schicken, was sie sehr frustriert.
Goro Moon – Der Quasi-Anführer der hiesigen Abenteurer. Sieht aus wie Halunke, ist aber eigentlich ein ganz netter.
Ike Mennu – Der Koch des Gasthauses. Nur Leute, die ihm die seltenen Zutaten beschaffen können, die ihm für seine Gerichte fehlen, dürfen seine Küche betreten.

Massa G – Ein seltsamer Reisender, der ebenfalls im Gasthaus ruht. Er ist ein Experte in einer besonderen Form der Massage und bietet Azel seine Dienste für ein anständiges Sümmchen an.
Andrei – Ein freundlicher Zuhälter, den Azel noch aus ihrem letzten Spiel kennt. Er kam nach Niplheim um hier eine Arena aufzumachen, in der Azel gegen Bossmonster antreten kann, ohne diese erst umständlich in der Wildnis suchen zu müssen.

Hentai

Niplheim’s Hunter umfasst 31 unterschiedliche Hentai-Szenen. Diese werden jeweils unterschiedlich freigeschaltet; manche automatisch während der Handlung, andere indem man bestimmte Anforderungen erfüllt, wie ein bestimmtes Kostüm zu einer bestimmten Zeit zu tragen oder zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein.
All diese Voraussetzungen kann man in der Galerie nachlesen und keine der Szenen ist verpassbar.

Wie ich bereits erwähnte ist dieses Spiel reiner Porn. Das spiegelt sich auch im Writing wider. Wer Erotik oder auf die Charaktere zugeschnittene Dialoge sucht, wird hier nicht fündig werden. Jeder Charakter während einer Hentai-Szene wird nur klassische Porno-Phrasen von sich geben, wobei der Grad an Dirty-Talk so hoch ist, wie er nur sein kann.
Passend dazu sind auch die Grafiken so obszön und ordinär, wie sie nur sein können.
Das ist alles nicht negativ gemeint, im Gegenteil; es wird schwer sein, ein Hentai-RPG oder Nukige in der englischen Sprache zu finden, was noch schmutziger und verruchter ist als dieses.
Wenn Niplheim’s Hunter auch in vielen anderen Bereichen versagt, der Porn ist Meisterklasse!

Dazu kommt, dass das Spiel nicht nur einfache CGs sondern auch Animationen zu bieten hat, die oft mit einem simplen Minispiel und Spielerinteraktion verbunden werden. Das verstärkt noch einmal zusätzlich die Immersion beim Spieler – und die Erregung.

Inhaltlich wird eine breite Spanne von Hardcore-Fetischen geboten. Dank Azels Lustbrandzeichen sind selbst Vanilla-Szenen dreckig und unsanft. Die unterschiedlichen Kostüme, die Azel tragen kann und die in verschiedenen Szenen zur Geltung kommen, setzen den Fokus auf diverse Fetische: Im Milchkuh-Kostüm wird Azel zum Beispiel ausgiebig gemolken oder im Ninja-Kostüm wird sie in geheimer Mission entführt und gefoltert.
Auch wenn man bei all den harten Fetischen den Eindruck kriegen könnte; keine der Szenen ist wirklich düster oder übermäßig gewalttätig. Durch den Fluch hält Azel einiges an Erniedrigung und Demütigung aus… und sie braucht das auch, denn nur dadurch kann ihre immer wiederkehrende Lust gestillt werden.

Derweil hat der Schmied seine eigenen Begegnungen mit den beiden Frauen aus Niplheim. Dabei wirkt er etwas wie ein typischer Haremheld. Er ist die meiste Zeit passiv, bis er von den Frauen so weit getrieben wird, dass er auf ihre unanständigen Angebote schließlich doch eingeht.
Wie ich es bereits erwähnt hatte, hat dies leider keine Auswirkungen auf die Story oder seiner Beziehung zu Azel oder wird auch nur in irgendeiner Weise thematisiert. Das ist schade, denn Eifersucht oder Missgunst hätte hier sicher noch für mehr Würze gesorgt. Es gibt nur eine einzige Hentai-Szene, die das etwas thematisiert, wenn Azel durch den Türspalt den Schmied und Sary dabei beobachtet, wie sie im Bett zugange sind und sie dazu masturbiert. Tatsächlich war das sogar meine Lieblingsszene im ganzen Spiel, denn als einzige brachte sie etwas die Persönlichkeit der Charaktere zum Ausdruck. Es wundert mich, dass nicht mehr aus dem Protagonistenpäarchen gemacht wurde, denn ein Quasi-Haremprotagonist mit einer Quasi-Prostituierten, die sich beide doch irgendwie ganz lieb haben, sollte doch für eine Menge heiße Szenen sorgen können. Stattdessen passiert das meiste Bonding zwischen dem Schmied und Azel außerhalb der Hentaiszenen während der wenigen und kurzen Storyszenen. Im Bett reden Azel und der Schmied weder über ihre Beziehung zueinander noch darüber, was Azel oder Schmied tags und nachts über so treiben.

Denn während Azel nachts fremde Männer auf der Straße anspricht, ihr doch mit ihrem Problem der unbändigen Geilheit zu helfen, so ist sie auch des Tages sexuell aktiv – nur dann mit Monstern statt mit Männern.
Benutzt Azel im Kampf spezielle Techniken, so steigt ihre Lust. Erreicht diese eine bestimmte Grenze, so kann Azel ihren Fluch nicht mehr unterdrücken, reißt sich die Kleider vom Leib und lässt sich von dem Monster, welches sie gerade legen wollte, selber legen.
Veranschaulicht wird das mit animierten Battle-Sprites und Texteinblendungen während des Kampfgeschehens. In der ersten Version des lokalisierten Spiels war die kleine Querschnitt-Ansicht, die dabei auftaucht, noch zensiert, was inzwischen behoben wurden ist. Persönlich allerdings kann ich nicht verstehen, wie ein so unbedeutendes Detail, das bei der Auflösung genau so gut als Pixelart hätte durchgehen können, dafür gesorgt hat, dass manche Leute das Spiel als “zensiert” bezeichnet hatten.
Obwohl die Kopulation mit den Monstern während des Erkundens der sechs unterschiedlichen Regionen Niplheims ein ständig wiederkehrender Anblick ist (durchaus ein häufiger auftretendes Ereignis als das eigentliche Monstertöten), so ist doch die Anzahl an richtigen H-Events mit Monstern enttäuschend gering: Nur zwei der 31 Szenen sind mit Monstern und in keiner ist das Monster wirklich im Bild – die Silhouette des Glieds könnte ohne Kontext genau so gut einem normalen Mann gehören. Das ist der wahrscheinlich größte Fehltritt, den das Spiel sich im Hentaibereich erlaubt hat. Obwohl eine DLC-Episode geplant ist, die endlich für das letzte Kostüme, Azels Prostituiertenkleidchen, die Hentai-Szenen nachliefern soll, die bisher noch nicht im Spiel sind, so hat Black Train anscheinend kein Interesse mehr Monsteraction zu liefern. Das ist schade, denn wenn das Spiel eins zur Genüge hat, dann ist es Azel, die sich verhurt.

Gameplay

Nun aber kommen wir zu dem Aspekt, bei der Niplheim’s Hunter komplett versagt. Ich kann mich nicht erinnern schon einmal ein JRPG gespielt zu haben, bei dem das Gameplay so wenig funktioniert hat, wie in diesem.

Man kann das Hauptproblem schnell zusammenfassen: Es ist zu einfach.
Aber bevor jetzt jemand Einspruch einlegt, dass auch leichte JRPGs eine Daseinsberechtigung haben, muss ich hinzufügen: Das Spiel hat keine Balance.

Und ich meine dies genau so. Es gibt kein Verhältnis zwischen den Statuswerten, Ausrüstungswerten und Fähigkeiten von Azel zu den Monstern, gegen die sie kämpft.
Es dürfte niemanden überraschen, dass wenn man auf Black Trains vergangene Werke schaut, man dort keine RPGs finden wird. Galerien, Comics oder Walking Simulators im RPGMaker kann man dort finden, aber kein echtes Rollenspiel. Und es scheint, Black Train hat auch keine Ahnung, wie man ein solches designt.

Mich hat verwundert, wie man so viel Mühe in ein Spiel stecken kann; all die hochwertigen CGs und Kampfanimationen, Monstersprites und Battle-Sex-Segmente… und nichts davon funktioniert im Kontext eines Videospiels.
Wie kann so etwas durch die Qualitätskontrolle kommen? Und noch viel verwunderlicher: Wie kann es so viele positive Rezensionen geben, die das Gameplay loben und es teilweise sogar als besser als andere RPG-Makerspiele bezeichnen?
Aber dann fiel es mir auf: Black Train wollte gar kein RPG machen. Und die Rezensenten, die diesem Spiel eine absolut positive Bewertung gaben, wollten auch kein RPG spielen. Sie wollten ein Porno-Spiel, das sich zwar als RPG verkleidet hat, aber im Grunde nur ein simples Sammelspiel für Pornoszenen ist.
Es interessiert sie nicht, dass jeder Kampf mit dem kontinuierlichen Drücken von nur einer Taste gewonnen werden kann.
Es ist unwichtig, dass das Item-Craften weder notwendig ist, noch dass die Verteilung der Items auf der Karte oder als Loot nicht der Progression der Spielfigur angepasst ist.
Und es ist ebenfalls nicht von Belang, dass das Skillsystem und das damit zusammenhängende Battle-Sex-System spieltechnisch keinen Sinn ergibt, denn das einzig Wichtige ist, dass der Spieler Azel während ihres Abenteuers dabei zusehen kann, wie sie von Monstern vergewaltigt wird und dies sogar etwas selbst beeinflussen kann.

Aus diesem Grund muss ich auch nicht viele Worte über all die sinnlosen Spielmechaniken verlieren, die Niplheim’s Hunter zu bieten hat.
Der Schmied kann für Azel neue Rüstung herstellen oder die Waffen, die sie in Ritas Laden gekauft hat, verbessern. Waffen sind unwichtig, aber Rüstungen entsprechen Kostümen, die bei Anlegung Azels Aussehen verändern können, neue Szenen freischalten und sogar im Kampf ihre Erscheinung ändern.
Skills, die Azel entweder über ausgerüstete Waffen erlangt (es gibt vier Waffentypen, jeweils mit einem Skill, der den Bonus des Waffentyps ausnutzt) oder auch durch Sex erlernt (Azel kann die Sensibilität ihrer Brüste, Vagina, Klitoris oder Anus steigern und dadurch Skills bekommen oder über Orgasmen durch eine dieser vier sensiblen Stellen) kosten EP und können im Kampf benutzt werden. Allerdings kann Azel, sobald sie 100 EP erreicht, ihre Lust nicht mehr bändigen und wird sich vom Monster, gegen dass sie gerade kämpft, durchnehmen lassen. Danach muss sie für ein paar Runden aussetzen und ist theoretisch wehrlos. Praktisch allerdings ist ihre Ausweichrate warum auch immer während dieser Zeit so hoch, dass die Monster sie praktisch nie treffen werden in diesem Zustand, was bedeutet, dass das ständige Einsetzen von Skills nicht nur möglich ist, sondern auch, dass Azel durch die dutzende Orgasmen, die sie während eines Kampfes durch die Monster bekommt, sollte sie mit ihren EP freizügig umgehen, auch noch besonders schnell levelt und dadurch noch stärkere passive Sexskills bekommt.

Nach etwa 10 Minuten Spielzeit ist Azel dann bereits so stark, dass sie wortwörtlich unverwundbar ist. Literally. Sie hat dann einen passiven Skill gelernt, der sie unverwundbar macht. Selbst ohne diesen wäre jeder Kampf ein simples Tastendrücken gewesen, aber dies beweist noch einmal endgültig, was ich hier die ganze Zeit versuche zu sagen: Das Gameplay ist ein schlechter Witz und ich bin fassungslos, wie ein Spiel, das offensichtlich mit so viel Liebe fürs Detail erschaffen wurde, solche gigantischen und offensichtlichen Makel aufweisen kann.

Dabei wäre das Problem so einfach zu lösen:
Alle Werte der Monster um ein x-faches erhöhen, damit Waffenupgrades, Rüstungen und Levelups wieder sinnvoll werden
Die erhöhte Ausweichrate nach dem Monster-Rape wegnehmen, damit der Spieler gezwungen ist, genauestens auf seine EP zu achten
Die Skills nicht auf ein Level erheben, das Azel wortwörtlich unverwundbar macht (oder vielleicht sogar ein zu hohes Sex-Level mit einem schlechteren Ende bestrafen).

Selbst wenn es Leute gibt, die ihre Hentai-Games lieber ohne Anspruch spielen wollen, so gibt es absolut keine Entschuldigung dafür, dass diese Veränderungen, die nur ein paar Anpassungen im Code benötigt und einen Aufwand von nur wenigen Minuten verlangt hätten, nicht als eine Art Hard-Mode vorliegen.
Dann wäre das Spiel nämlich nicht nur ein ausgezeichnetes Porno-Spiel gewesen, sondern ebenso eine innovative und unterhaltsame Rollenspielerfahrung.

Fazit

Denn leider muss ich bei allem Lob, den ich für die Grafiken und Szenarios hatte, Niplheim’s Hunter – Branded Azel die schlimmste Kritik geben, die ich einem Videospiel geben kann: Ich habe mich gelangweilt.

Sicher, alle Hentai-Szenen haben mich unterhalten.
Und ja, das Monsterjagen und Itemsfarmen dazwischen war in nur wenigen Minuten erledigt, da ja das Spiel selbst keinerlei Anspruch besitzt und alles dankbarerweise sehr flott von statten geht.
Aber selbst wenn die Szenen im Spiel noch so gut sind; ein anspruchsloses Einsammeln dieser, das keinerlei Unterhaltung oder Spaß bietet, weil es nur die gleichen monotonen Handlungen immer und immer wieder verlangt, reicht nicht um genug Abwechslung zwischen den Szenen zu bringen, damit die Langweile nicht auf die eigentlich guten Szenen mit abfärbt. (Jede Region funktioniert effektiv nach dem gleichen Muster, hat die gleichen Monster nur als Colorswap, und muss ein Dutzend mal durchgerannt werden um die nötigen Items und Monster zu farmen, damit die nächste Region freigeschaltet wird.)

Und von der Story sieht man auch nicht genug, als dass sie dabei helfen könnte.
Sicher, eine Story existiert und sie ist eigentlich auch interessant.
Und ja, im Grunde gibt es einige nette Details wie Plotwists oder überraschende Hintergrundgeschichten der Charaktere, die theoretisch den Spieler fesseln könnten.
Aber wie bei Gameplay ist das alles so halbherzig ins Spiel gebaut, dass ich mehr als einmal kichern musste, wenn wieder einmal ein eigentlich enorm wichtiges Story-Event mit zwei Zeilen weggeredet wurde.

Das i-Tüpfelchen ist dann das Ende des Spiels, welches – so viel will ich verraten – auf einmal und ohne Vorwarnung ein paar überraschend tiefgründige Fragen aufwirft und unerwartet emotional und nachdenklich ist. Es ist richtig gut.
Und da muss man sich dann wieder die Frage stellen; wie toll hätte das sein können, wenn der Rest des Spiels den Anspruch, der in diesen Momenten kurzzeitiger Genialität hervorkommt, genügt hätte. Und das kann man wohl für jedes einzelne Element von Niplheim’s Hunter – Branded Azel, sei es Gameplay, Story, Charaktere oder Hentai, sagen.

Post Author: Tyr