(YumeCreations) Imolicious aufgrund anstößigem Inhalt und Inzestthematik von Steam und anderen Seiten gebannt

Steam hat sich ja desöfteren in der Vergangenheit mal vor der Veröffentlichung bestimmter Spielinhalte geziert und hat auch teilweise Spiele komplett aus ihrem Markt gebannt. Doch seit dem Eintreten neuer Contentrichtlinien und dem Einrichten der Möglichkeit diverse anstößíge Spielinhalte zu filtern, ist es in dieser Richtung eher ruhiger geworden. Umso dringender der Fall der unabhängigen Entwicklerin Yukari, die eher unter ihrem Pen- und Firmennamen YumeCreations bekannt ist, bei dem sich Steam, und zu aller Überraschung auch andere Publisherseiten wie Nutaku oder MikandiJapan davor zieren, ihren neuen Titel „Imolicious“ zu veröffentlichen. Wie man dem Titel  entnehmen kann, dreht es sich bei diesem um ein Eroge mit blutsverwandten Sexualpartnern. Es ist ein waschechter Inzesttitel und aufgrund dessen in der westlichen Hemisphäre automatisch Kritik ausgesetzt. Diese Situation zieht sich jetzt schon über mehrere Tage und Yukari scheint schon bei diversen Publishern auf Granit gestoßen zu sein.

Einen genaueren Breakdown der Situation und des momentanen Verlaufes gibt es jetzt.

Das Spiel hat schon von Anfang an mit allerlei Problemen zu kämpfen gehabt. Yukari ist eine recht kontroverse Entwicklerin aus unserem heimischen Gefilde in Deutschland und repräsentiert somit teilweise den Content, den es aus unserer Ecke zu erwarten gibt. Da sie nicht wirklich die finanziellen Möglichkeiten für Hollywoodproduktionen hat, sind ihre Spiele oft unter Shovelware, die man bei Steam für maximal 5 Euro finden kann, öfters aber nur für 1-3 Euro im Sale kaufen würde, einzuordnen. Aber mit dem Titel Imolicious versprach sie an eine kontroverse Thematik heranzutreten und somit konnte man von dem Spiel zumindest ein bisschen was erwarten – leider hat es das Spiel nun aus den falschen Gründen auf die große Bühne geschafft. Yukari postiert fleißig auf Twitter den aktuellen Verlauf ihrer prekären Situation, deshalb kann dadurch jeder Up-to-Date bleiben.

Es fing ursprünglich damit an, dass Steam explizit per E-Mail das Spiel verboten hatte, dazu spricht Produktentwicklungsmanagement Jason Ruymen ein klares Machtwort. Das Spiel wurde demnach des Ausnutzens minderjähriger Kinder beschuldigt, entgegen jeder Aussage der Entwicklerin, dass die Charaktere doch volljährig seien. Somit fällt dieses Spiel trotz aller Offenheit bezüglich anstößigem Content der Klausel, dass Steam die Position gegenüber Inhalten, die sie als „illegal“ evaluieren nicht ändern, zum Opfer. Yukari fechtet diese Entscheidung an und zweifelt an der Autorität von Jason Huyges – zurecht, da Steam schon öfter den Anschein machte, dass nicht alle Entscheidungen durch alle Kanäle gehen, bevor sie gefällt werden. Doch bisher erhielt sie noch keine Antwort.

(Jason Huyges hat schon vor ein paar Wochen „Gay Nation: A Gay Game For Gays„, ein anderes Visual Novel mit als „Trolling“ eingestuften Inhalten entfernen lassen.)

Yukari drückt hier aus, dass sie der Entscheidung mit völligem Unverständnis gegenübersteht und hat sich mittlerweile entschlossen es auf anderen Seiten zu versuchen. Doch auch hier gibt es wenig Erfolg, da Nutaku sowohl Mikandi das Spiel aufgrund merkwürdiger Gründe das Spiel auch nicht annehmen wollen. Als Grund wird genannt, dass sie Spiele mit Inzestthematik nicht auf ihrer Plattform vertreten wollen. Das Problem mit Imolicious ist, dass es die schmale Grenze der „Inzest als Plotelementakzeptanz“ , die sich über die Anime- und Japancommunity über die Jahre des Konsums hinweg ausgebreitet hat, durchbricht und die Charaktere keine „Stiefgeschwister“ sind. Diese Art des verbotenen Liebesspiels ist scheinbar nicht toleriert und deshalb ist der Titel auch bei Nutaku und Mikandi nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Selbst im heutigen Pornographiebusiness wagt man es in offiziellen Produktionen nicht über die Schwelle der „Stiefgeschwister“ zu treten. Warum ist das erwähnenswert? Nutaku ist in der Vergangenheit schon mehrmals als kontroverse Firma ins Rampenlicht getreten und ihre seltsam inkonsistenten Policies lassen sich vielleicht dadurch erklären, dass sie sich mit kanadischen Gesetzen arrangieren müssen. Wie auch immer, der Titel darf auch dort nicht auf den Markt kommen.

Anmerkung: Yukari hat scheinbar nicht wirklich nachgedacht was sie tut, weshalb sie den Screenshot des Austausches mit Nutaku unzensiert gelassen hat. In diesem wird nämlich das Ending ihres eigenen Spiels gespoilert. Es endet damit, dass der Hauptcharakter sich umbringen soll. Hier ist eine weitere total hanebüchene Restriktion von Spielinhalten. Scheinbar darf man heutzutage nicht einmal mehr auf Thematiken von mentaler Gesundheit bzw. Ungesundheit eingehen. Ich verweise kurz auf Titel wie DokiDoki Literature Club oder Subarashiki Hibi, vielleicht auch die Fülle der Titel hier, die unter diese schwachsinnige Zensur fallen.

Dasselbe mit dem Publisher MikandiJapan. Hier wird die Problematik eher auf die Kreditkartenfirmen geschoben, die Content mit klar inzestuösen Inhalten nicht annehmen. Im selben Atemzug erwähnen sie noch, dass sie trotz dieser Restriktion immer noch die breiteste Palette an zensurfreien Inhalten genießen können. Ein klarer Versuch vom Thema abzulenken, denn warum soll es den Developer eines Spiels interessieren, dass anderer Content erlaubt ist, aber der eigene nicht. Man könnte diese Aussage als Wink mit dem Zaunfall verstehen, was Yukari auch getan hat, und die ursprüngliche Intention abändern. D.h im Endeffekt wieder in die Sparte des Pseudo-Stiefgeschwisterinzests zurückzurudern und ihr eigenes Spiel abzuändern. Im Internetslang wird diese Maßnahme als „Cucked by Companies“ bezeichnet und wirft kein gutes Licht auf Developer sowohl Publisher. Im Endeffekt hat sich Yukari dann den Restriktionen unterworfen und ändert nun ihre Geschwister in Stiefgeschwister um und überarbeitet ihr ganzes Spielkonzept – großartig.

 

Es ist in Ordnung, dass Yukari sich dem Willen der Firmen in der Hinsicht anpassen will, doch sollte sie das überhaupt nicht. Es gibt genug andere Marktmöglichkeiten, die sie ausprobieren könnte. Ihr früherer Titel „Aozora Meikyuu“ hat es ja sogar in die Shovelwaresparte des ambitionierten Marktplatzes von JAST geschafft. MangaGamer und sogar Fakku, die in Oregon stationiert sind und noch nie Probleme mit solchen Inhalten gehabt hätten, stünden auch noch zur Debatte. Und DL-Site könnte man auch in Betracht ziehen.

Irgendwo wird sich das Spiel schon einschleusen lassen und wir wünschen Yukari viel Glück bei der weiteren Veröffentlichung ihres Titels.

Update: 

Es scheint als würde Yukari ihr Spiel ohne große Probleme auf der Plattform von JAST verkaufen können. Sie sollte ihrer Aussage nach nur einige kleine Bugs fixen und nochmal eine Qualitätskontrolle über das Spiel gehen lassen und dann ist es fertig zum Verkauf!

Quelle: Thatoneangrygamer, vndb, Twitter, Yumecreations.de

Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (22) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die ~60 Visual Novels gespielt. Ich bin einer der drei Admins dieser Seite und bringe euch News, Reviews und kümmere mich um die Struktur.' よろしく~