Valve kündigt neue Handheld-Konsole an – Taugt das Steam Deck auch für VNs?

Am 15. Juli gab Valve sein neues Projekt bekannt: Eine Linux-basierte Handheldkonsole, auf der ihr eure Games in 720p spielen könnt. Das tolle dabei: Es handelt sich um einen voll funktionsfähigen PC, ihr seid also in keiner Art und Weise durch das Betriebssystem eingeschränkt. Das Steam Deck erhaltet ihr zu einem Startpreis von 419€ mit 64 GB eMMC-Speicher. Die Version mit 256 GB NVMe-Speicher kostet euch 549€, noch schnelleren 512 GB NVMe-Speicher kriegt ihr für 679€. Alle Versionen kommen mit einem SD-Kartenslot. Die Konsole könnt ihr euch hier reservieren, indem ihr euch mit eurem Steam Account einloggt. Doch was taugt das System für Liebhaber von Visual Novels?

Visual Novels on the Go?

Die größten Visual-Novel-Engines aus dem japanischen Raum wurden Ende der Neunziger entwickelt, so zum Beispiel Kirikiri oder NScripter. Zu der Zeit wurde nicht wirklich an Kompatibilität für andere OS gedacht, Windows hatte absolute Dominanz, was den Markt an PC-Spielen angeht. Doch mit dem Zuwachs an alternativen Betriebssystemen, wie Linux oder Android, gab es auch immer mehr Leser von Visual Novels, die nach Möglichkeiten gesucht haben VNs auch auf anderen Systemen laufen zu lassen. Für VNs, welche auf Kirikiri laufen, gibt es zum Beispiel Kirikiroid2, von NScripter gibt es nun viele Klone, die auf Cross-Plattform und einfacher Implementierung von Sprachen außer Japanisch bauen, wie zum Beispiel ONScripter. Aber auch Ren’Py, eine im Vergleich neuere VN-Engine, ist auf vielen Plattformen zu installieren und nutzen. Man sieht: Die Community arbeitet fleißig. Es sollte also kein allzu großes Problem werden, zukünftige Titel auf verschiedenen Plattformen anzubieten.  Aber was ist mit den schon Bestehenden?

Enter the SteamOS

Steam Machine vom Anbieter Gigabyte
Anfang der 2010er hatte sich Valve zur Aufgabe gemacht ein Linux-basiertes OS zu entwickeln, um es Nutzern zu ermöglichen ihre Steam-Spiele von einem Linux-Gerät aus zu spielen. 2013 kam das Betriebssystem raus und im Jahr 2015 kam dann der erste Versuch von Valve davon zu profitieren: Die „Steam Machine“. Der schlechte Ruf von vorherigen Versuchen, wie die der Ouya, sorgten allerdings dafür, dass sich der Enthusiasmus für die Steam Machine in Grenzen hielt. Die sehr geringe Anzahl an Linux-kompatiblen Spielen zu der Zeit hat nicht geholfen. Valve allerdings arbeitete seitdem weiter an dem OS – die Idee, Steam für Linux-Systeme nutzbar zu machen, starb nicht aus. Und schon bald trugen Valves Bemühungen Früchte und das Proton Layer wurde geschaffen. Proton ist ein Compatibility Layer, welches euch auf allen Linux-Systemen ganz einfach ermöglicht Steam-Games zu spielen. Dabei wird nichts emuliert, sondern die Windows-Anwendungen „übersetzt“, so dass Linux sie verstehen kann. Linux-Gaming ist schon sehr weit fortgeschritten! Auf ProtonDB kann man sehen, dass mehr als 15000 Spiele mit Proton funktionieren – eine sehr beachtliche Zahl.  Nicht alle sind jedoch kompatibel, gerade Spiele, die Easy-Anti-Cheat nutzen, sind nicht zum Laufen zu bringen. Doch das sollte für VNs kein Problem sein …

Möglichkeiten für VNs

Ein kleiner Blick auf ProtonDB zeigt, dass die meisten Steam-VNs ohne Probleme mit Proton laufen (vor allem die japanischen). Selbst mit Baldr Sky, oder Muv-Luv, welche auf andere Engines als Kirikiri oder NScripter laufen, hat man keine Probleme. Doch sind nicht alle VNs auf Steam vorhanden. Selbst dies ist aber kein Problem, denn das Steam Deck erlaubt es euch auch Windows auf dem Gerät zu installieren (vorausgesetzt ihr habt genug Speicher!). Einzig und allein Current-Gen-Emulation sollte nicht allzu fruchtbar sein, für das Tsukihime Remake müsst ihr euch also eine Konsole holen (auch wenn das Steam Deck ohne Probleme über den USB-C-Port an den Fernseher angeschlossen werden kann; Nasu, die Technologie ist dir auf den Fersen). Nichtsdestotrotz bietet es eine super Möglichkeit, um eure liebsten PC-Spiele und VNs unterwegs zu spielen. Gerade VNs sollten mit dem System gut kombinierbar sein, da sie (in den meisten Fällen) nicht so aufwendig sind, und euch eine lange Batterielaufzeit ermöglichen. Eine offizielle Dockingstation wurde auch angekündigt, diese wird separat erhältlich sein, Infos dazu werden noch folgen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich das Steam Deck durchsetzen wird.

Autor: WeyP96

Teilzeit-Weeb, der sich durch 999 für das Thema Visual Novels begeistern konnte. Ich bin großer Fan von Tsukihime sowie des Denpa, Psychological und (Murder) Mystery Genres. Momentan noch ein Nur-Englisch-Bauer, doch das kann sich ja mit der Zeit ändern...