So, da Hata mal die Neighbor Trial angetestet…

Willkommen zu einer neuen Sektion, die ich für mich selbst errichtet habe. Die trägt den glamourösen Namen „Da <Hata> mal…“ und wird von nun an wöchentlich ein bis zweimal auf dieser Seite erscheinen. Das sind meiner Meinung nach wichtige kurze Einblicke in Trial-Versionen und Pre-Beta Versionen, die mich interessieren, aber zu denen entweder die Spiele noch nicht herausgekommen sind. Weiterhin fallen in diese Kategorie auch Spiele, die mich noch nicht so ganz gecatcht haben und ich deshalb mal nur anspielen will, anstatt mich an eine 40-Stündige Odyssee eines drittklassigen Titels zu wagen. Diese werden entweder auf zwei Tage verteilt veröffentlicht, oder auch mal zwei an einem Tag – wir sehen mal.

Heute spreche ich über die Demo-Version eines Horrorspiels, was irgendwann im Oktober 2018 bei uns erscheinen soll. Es handelt sich dabei um ein Remake des 2008 in Japan erschienenen „Rinjin“ und wurde von Otusun Land & Rosalia gepublisht. Das Remake hat neue Grafiken, Soundtrack und auch neue Szenen, diese sind aber in der Trial noch nicht zu sehen gewesen. Das Konzept und Szenario des Spiels ist von Ayane und die Designs von Himono. Das Spiel ist auch weitestgehend vertont wobei der gesamte Cast von Leuten vertont ist, die nur an Neighbor mitgewirkt haben. Ein Opening gibt es nicht in dieser Trial, aber es wäre von Kawamura Rie.

Synopsis:

Manchmal im Leben gibt es Dinge, bei denen die Realität einfach ihren Meister findet, manchmal passiert es sogar in den eigenen vier Wänden, wo man eigentlich sicher sein sollte. Wir schlüpfen in die Rolle des Freelancers Yuuki Kae, die gerade in ein neues Haus einzieht. Als sie sich, wie es sich für gute Nachbarschaft gehört, bei ihren Gegenübern vorstellen möchte… begegnet sie seltsamen Zuständen. Der Anrufbeantworter gibt nur statische Geräusche von sich, der Türknauf rattert als wäre er besessen und eine geistartige Hand, die durch einen offenen Türschlitz greift. Als sie sich bei der Grundstücksbesitzerin beschwert, da wird ihr nur entgegnet, dass das Haus 202 eigentlich leer steht und doch niemand verweilen könnte. Durch diese seltsamen Geschehnisse lernt sie Hisamatsu Daigo kennen und ein gruseliges Mädchen…

Eindruck:

Als ich das Spiel angefangen habe musste ich erstmal feststellen, dass es mich mit doch noch relativ fröhlicher Musik begrüßt hat und ich dachte mir, dass ich eine Horror-VN vor Augen habe und das nur die Ruhe vor dem Sturm sein kann und oh ja, ich lag richtig! Sobald man langsam die Treppen zum Apartment 202 heraufsteigt, spürt man schon einen inneren Druck – ein Kribbeln entlang der Wirbelsäule, man erwartet, dass etwas passieren muss. Zunächst wird man audiotechnisch mit düsterem Ambient-Sound und visuell mit einer interessanten Grau-Weiß Ästhetik begrüßt. Alle Charaktere die auftauchen, sehen irgendwie gruselig aus, sei es durch extrem dicke Lidschatten oder der Verwendung der Schatten. Nach rund 2 Minuten war ich schon voll in der Spannung drin, als ich diese gruselige Hand sehe, die aus der Tür kriecht und daraufhin schreiend davon laufe. Nach diesem Moment will man eigentlich gar nicht mehr zurück, doch muss es natürlich. Man soll ja in diesem Haus leben, und genau diesem Anflug von Paranoia geht es weiter, man fühlt sich verfolgt, gar beobachtet und wenn man allein in einem Zimmer ist bei tiefer Nacht, dann erwischt einen der für ein Horrorspiel ordentliche Soundtrack und das Sound Design lässt auch wenig zu wünschen übrig. Zu der Synchronisation kann ich nicht viel sagen, sie ist durchschnittlich aber man spürt, wenn Charaktere zurückhaltend bzw. verschreckt reagieren. Daigo ist ein merkwürdiger Charakter, der bestimmt mehr auf dem Kerbholz hat, als er vorging und diese kleine Gruselute mit ihrer Mama ist mir nicht geheuer…

Es wird einem auffallen, dass die Chapter im Spiel sehr schnell wechseln, ein Kapitel besteht aus 1 bis 3 Skriptszenen und die gesamte Trial enthält 2 mal 6 Kapitel, ist also in ungefähr einer Stunde zu bewältigen, aber diese Demo wird euch eine Stunde lang in den Bann ziehen. Choices gibt es auch keine, da es eine Kinetic Novel ist. Ich will aber unbedingt wissen, wie es nach dem abrupten Ende im Krankenhaus weiter gehen soll.

Lokalisierung:

Im Vergleich zu beispielsweise Sekaiprojects Demos, die ich bisher so antesten durfte, steckt hier ordentliche Polierung drin. Keine Typoes, oder große Grammatikschwächen. Der Text ist genauso furchteinflößend und untermalt die Atmosphäre gut, beides ergänzt sich gut. Die Übersetzung ist von VerdelishJP oder Molly – sie ist bekannt für verschiedene Otome-Titel und die anstehende Lokalisierung von Kimi to Kanojo to Kanojo no Koi. Hier könnt ihr einen Blick auf ihr Portfolio werfen.

Fazit:

Klassisch japanischer Horror ohne viel Blut und Gemetzel, sondern psychologisch und eingängig mysteriös. Einzig und allein die Klischees sind vielleicht ein bisschen ausgereizt, wenn man schon Fan des japanischen Horrors ist und könnten einen nicht mehr so kalt erwischen. Unbedingt kurz um Mitternacht spielen!

Demo und Steamseite
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Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (22) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die ~60 Visual Novels gespielt. Ich bin einer der drei Admins dieser Seite und bringe euch News, Reviews und kümmere mich um die Struktur.' よろしく~