Satire: Typische Visual Novel Protagonisten und wo sie zu finden sind: Teil 2 von 3

Willkommen zurück, Opferlämmer liebe Leser. Ihr dachtet es gebe einen Ausweg? Nein, diese Serie wird fortgesetzt, egal wie oft sich bestimmte Teammitglieder darüber beschweren, dass ich sie mit dem ersten Teil in Depressionen gestürzt habe. Hahahatahaha!

Ähm, ja. Verzeihung. Willkommen zurück zu Bärschwerdebrief. Ich freue mich, falls Leser sich meine Kolumne immer noch antun. Da bisher noch niemand meinetwegen den Freitod gewählt hat, nehme ich an, dass das Feedback zu meiner Reihe hauptsächlich nicht-negativ war. Kommen wir also ohne größere Umschweife zum zweiten Teil.

Wenn wir mal ehrlich sind, dann sind die meisten Protagonisten Werkzeuge. Damit ist nicht das stilistische Werkzeug des Autoren gemeint mit dem eine Geschichte aus einer bestimmten Perspektive erzählt wird, es ist wörtlich zu verstehen: Protagonisten sind Werkzeuge. Sie verursachen Probleme, lösen Probleme oder sind Probleme. Sobald etwas passiert, ist man als Protagonist gezwungen als Gegengewicht zu fungieren, unabhängig vom eigenen Willen. Protagonisten sind also das Schweizer Taschenmesser des Universums. Alieninvasionen, Riesenroboter, Weltuntergangskultisten, nervige Geschwister… Als Protagonist muss man sich mit all diesen Plagen auseinander setzen, ob man will oder nicht.

Typ 2 Protagonisten zeichnen sich allein durch diese Eigenschaft aus: Probleme und deren Lösungen. Typ 2 Protagonisten: Werkzeuge und Deus ex Machina.
Meistens treten sie in besonders schwachsinnigen Personen auf, wie zum Beispiel als Teenager mit 40 Jahren Geheimdiensterfahrung oder als jemand, der zufällig ein Schwert in die Hand nimmt und sofort einen Schwertmeister, dessen Zeit mit Schwert in der Hand das Alter des Protagonisten bei weitem übersteigt, ohne mit der Wimper zu zucken in Grund und Boden prügelt. Oder als Gesichtsloser Niemand, der in einen Schulklub eintritt und sofort problemlos alle Probleme der gesamten Schule löst.

Typ 2 Protagonisten sind zufälligerweise immer durch den PLOT mit den passenden Fähigkeiten ausgestattet um Probleme zu beheben, sei es durch eine unerzählte Vergangenheit, in der der Spieler erfährt, dass der Protagonist eigentlich einen schwarzen Gürtel in jeder Kampfsportart hat und einen Elefanten mit seinem linken Zeigefinger besiegen kann, durch spontane Power-Ups mitten in Kämpfen, in denen die Waffe des Protagonisten sich auf einmal als weltenvernichtendes Artefakt der Zerstörung entpuppt oder durch banale Geistesblitze, die absolut nicht zu den bisherigen Gedankengängen des Protagonisten passen. Zu jedem Problem ziehen sie das passende Kaninchen aus dem Hut, sind außerhalb der Probleme jedoch meist völlig nutzlos oder so nervig, dass niemand bei Verstand etwas mit ihnen zu tun haben will.

Typ 2 Protagonisten sind Meister in dem, was sie tun, außerhalb des Problemlösens sind sie jedoch entweder nutzlos, so sehr in ihrem Ego festgefahren, dass man sie vergessen kann oder sind eine Entität, die von nahezu der ganzen Welt abgelehnt wird.

Post Author: Kuma

Ein diabolisches Wesen, das Geschichten verschlingt wie andere Luft zum Atmen. Niemand weiß, Wer oder Was Kuma war, bevor er aus dem Wald ausbrach und sich in die Zivilisation stürzte, aber nun ist er hier und er ist gekommen um zu bleiben. Nichts ist vor ihm sicher. Kein Eroge, keine Visual Novel hält diesen Bären davon ab unaufhörlich weiter und weiter zu lesen. In seiner Sucht sind ihm schon unzählige Spiele zum Opfer gefallen. Und es werden stündlich mehr...