Review: Real Life Plus: Ver. Kaname Komatsuzaki

Am 8.Mai.2020 veröffentlichte SekaiProject mit ihrer Tochterfirma Denpasoft einen neuen Titel. Dabei handelt es sich um die kurze Romance-Visual Novel Real Life Plus: Ver. Kaname Komatsuzaki. Entwickelt wurde das Spiel von Fan-na. Lokalisiert auf Englisch über SekaiProject und vertrieben via Steam und DenpaSoft. Der Preis beträgt 10.79€. Es gibt 13 Enden, die es zu sehen gilt. Mit einer halben Stunde pro Durchlauf wird dieses Erlebnis aber recht begrenzt sein.

Auf DenpaSoft gibt es einen 18+ Patch zu erwerben, der auch die Zensur der ansehnlichen Erotikszenen in der Steamversion entfernt.

Handlung:

 

In Real Life Plus Ver. Kaname Komatsuzaki genießen wir das Leben mit Komatsuzaki Kaname (VA: Sakazaki Mao. Der Protagonist Kouichi und sie kennen sich schon seit der Kindheit. Das Spiel ist gefüllt mit kurzen Abschnitten in denen die Entscheidungen, die sie treffen, stets ihr gemeinsames Leben beeinflussen. Die Handlung beginnt im Jahr 1999 und endet in 2015. Jede Entscheidung trägt große Veränderungen mit sich. Auch die Kleidung der weiblichen Heroine und ihre Verhaltensweisen ändern sich mit jeder Entscheidung.

Wie wird sich die Beziehung von Kouichi und Kaname auf ihr Leben auswirken?

Eigene Meinung:

Real Life Plus Ver. Kaname Komatsuzaki ist eine Romance-Story zwischen Kouichi und seiner Kindheitsfreundin Kaname Komatsuzaki. Außer den beiden gibt es keine anderen handelnden Charaktere. Der Handlungsverlauf ersteckt sich von 1999, als Kaname noch eine süße Loli ist, bis zu ihrem Hochschulalter. Wir verfolgen wie sich Kaname entwickelt, während Kouichi immer der gleiche Schelm bleibt und sie dauernd wegen ihrer weiblichen Reize triezt. Sobald Kouchi einmal Sex mit Kaname hatte, sind die meisten folgenden Scherze sexueller Natur.

Leider spielt die kurze Spielzeit unserem Gesamteindruck des Spiels nicht in die Karten. Wie angemerkt sind die Szenen weitestgehend zu kurz um eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Erst nach mehrmaligen Durchläufen beginnt man sich auch nur ein kleines bisschen für die Charaktere zu interessieren. Dies ist dadurch verschuldet, dass es keine wirkliche Einführung gibt, in denen wir die Charaktere kennenlernen. Ein wenig erzählerische Exposition hätte dem Spiel gut getan. Nur vom drittklassigen Dialog alleine wird die Handlung nicht interessant. Auch Übergänge zwischen Szenen sind Mangelware.

Popkulturreferenzen:

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Eine Besonderheit des Spiels ist, dass mit popkulturellen Referenzen nur so um sich geworfen wird. Diese sind nicht in der Lokalisierung nachträglich angepasst, sondern waren schon original im Spiel enthalten. Darunter finden sich Referenzen zu Morning Musume, AKB48, Kingdom Hearts, japanischer Folklore, Street Fighter 4, diversen Arcade-Titeln und noch vieles mehr. Diese Referenzen werden aber nicht genauer erklärt, weshalb man sich als nicht Popkultur-affiner Mensch oft fragt, ob der Witz die Referenz an sich sein soll. Ich habe auch nicht alles verstanden. Mit dem Originaltitel „Riajuu Plus“, was soviel wie Normie Plus heißt, hat das aber nicht viel zu tun.

Otaku-Ending

Eines der Enden hat mir besonders gefallen. Möglicherweise ist das auch die Antwort, weshalb das Spiel „Riajuu Plus“ im Original heißt. Kouichi ist ein Otaku und Fan von Popkultur, aber Kaname hat sich über die Zeit hinweg zu einer verantwortungsvollen und lernbegierigen Schülerin entwickelt. In einer der Routen wird man Kaname vom Otaku-Dasein überzeugen können und sie entwickelt ihre eigenen Interessen. Sie kauft einen Yaoi-Doujin und wird ein Fujoshi!

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Entscheidungen:

Die Entscheidungen in dem Spiel dienen nicht nur der Dekoration, sondern ändern den Verlauf der Beziehung. Manche von ihnen enden fröhlich, andere sehr traurig. Eine breite Palette von Entscheidungsmöglichkeiten, die immer der jeweiligen Situation angepasst sind, steht zur Verfügung.

Anmerkung zum Omake-Menü:

Dieses Spiel ist im übrigen eine Visual Novel, bei der es im Extra-Menü nicht ausschließlich CGs zu sehen gibt. Stattdessen bekommt man zwei Menüs. In einem sieht man einzelne Dialogsequenzen, die man alle anwählen und nochmal lesen kann. Im anderen Menü sieht man dann die CGs. Ich kenne keine andere moderne VN, die das so getrennt handhabt. Manche der Szenen sind nur 2-3 Screens lang!

Audiovisuelles:

Visuell ist das Spiel nichts besonderes, aber hin und wieder gibt Hintergründe, die komplett als Fotos eingefügt wurden. Beispielsweise in Akihabara. Dort sieht man eine Momentaufnahme von Akihabara mit echten Menschen, die herumlaufen. Die gezeichneten Sprites stechen dort natürlich unschön heraus.

Das ist der einzige Fotohintergrund. Verstehe nicht wieso, aber AKIBA!

Voiceacting:

Die Synchronisation ist unter dem gewohnten Standard. Ich war mir sicher, dass ich von Sakazaki Mao noch nie etwas gehört habe und hatte somit auch keine Erwartungen. DenpaSoft bewarb das Spiel auf Steam damit, dass Sakazaki Maos natürliches Voiceacting dem Spiel Leben einhaucht. Betonung auf natürlich, denn es klingt als wäre es mit einem billigen Headset-Mikrofon ohne Kompressor aufgenommen worden. Es erfüllt die Grundkriterien für Voiceacting, aber hat keinerlei Besonderheiten die herausstechen. Im Video unten könnt ihr mal reinhören.

Aber hey, sie hatte vorgestern Geburtstag!

Real Life Plus Ver. Kaname Komatsuzaki

H-Szenen:

Am Ende einer jeden Route gibt es eine oder mehrere H-Szenen im Anschluss. Dies ist ein guter Zeitpunkt zu loben, dass das Spiel sein „Romance“ Klischee ernst nimmt und wirklich erst eine Sexszene zeigt, wenn die beiden Charaktere im Alter sind, in dem sie miteinander schlafen dürfen.

Leider gibt es auch hier etwas zu bemängeln, denn selbst wenn es zu einer H-Szene kommt, ist der Dialog, der zu diesem Ereignis führt, bestenfalls langweilig. In den H-Szenen aber wird der Dialog besser und glaubhafter. Nach Recherche habe ich gefunden, dass eine Sakazaki Mao in 18+ JAV-Produktionen mitspielt. Ob das jedoch dieselbe Person ist konnte ich nicht nicht ermitteln.

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Fazit:

Real Life Plus Ver. Kaname Komatsuzaki bietet einem 13 Routen mit kurzer Dauer und flachem Dialog. Auch die ständigen Spielereferenzen können die Eintönigkeit der Dialoge nicht retten, aber sie verleihen dem Spiel zumindest einen gewissen Reiz. Für 10 Euro ist das Erlebnis angemessen, aber wenn man sich das Spiel kaufen will, dann sollte man auf einen Sale warten. Die All-Ages Version hat bis auf ein paar Momente, die ganz wholesome sind keine Vorteile. Einfach den Patch draufklatschen und an einem Abend durchspielen.

Autor: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (24) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 150 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. よろしく~