Review: ManaCollect – Minesweeper Waifus?

ManaCollect war das erste Spiel des Entwicklerstudios Tazigen Clock. Das englische Release, publisht von Fruitbat Factory, erschien am 17 April 2015 auf Steam.  Das Spiel verspricht ein Minesweeper-ähnliches Action-/Puzzle-Game mit ein bisschen VN-angelehnter Story zu sein. Kann es diesen Ansprüchen genügen? Finden wir es heraus!

Story

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Synopsis

Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt; zuerst aus der von Filo, die für die Gilde komischen Mana-Werte im Wald überprüft, danach aus der vom Adelsmädchen Helve, welche ihre pinke Katze Sakura verloren hat.

Diese Sachen scheinen irgendwie verknüpft zu sein. Was sich wohl dahinter verbirgt?

Charaktere

Filo

Ein junges Mädchen das Mitglied der Sicherheitsgarnison der Gilde ist. Nach dem Erhalt einer Quest begibt sie sich in den Wald.

Helve

Die Tochter des Gildenchefs. Ihr voller Name ist Helvetia aber meist wird sie einfach Helve genannt. In letzter Zeit verbringt sie ihre Zeit hauptsächlich mit ihrer Katze Sakura.

Katty

Eine herumziehende Magierin. Momentan schmarotzt sie in Helve’s Villa.

Livi

Ein junges Mädchen das vor Filo erscheint. Es wirkt so als wüsste sie etwas…

Wertung

Also, was verbirgt sich hinter der Story? Ehrlich gesagt nicht viel. Jedes Kapitel hat ein paar Cutscenes zwischen seinen Gameplay-Szenen, die aber auch nicht zu mehr dienen, als dies irgendwie logisch zu verknüpfen. Das Ergebnis des Plots ist einem tendenziell nach dem ersten Akt schon längst klar.
Es erinnert sehr an die Story von einfachen VS-Fightern nach dem Schema: „Hey, ein neuer Charakter. Hier sind ungefähr zwei Zeilen Text, wieso wird jetzt gerade kämpfen müssen.“, wie sie jeder schonmal gesehen hat. Ich fühlte mich hier irgendwie an Sonic Battle für den GBA erinnert, was wahrscheinlich niemandem noch etwas sagt, und selbst da war die Story nochmal um einiges ausgereifter.
Wer auf tiefere Hintergründe, Charakterinteraktionen und so weiter hofft, ist hier leider fehl am Platz. Die eigentliche Story des Spiels könnte man wohl in unter 10 Minuten gelesen und in noch weniger Zeit komplett verstanden und durchschaut haben.

Dies finde ich schade. Ich denke, selbst für ein kleines Studio wäre es möglich gewesen, eine etwas kreativere und durchdachtere Geschichte zusammenzubasteln. Man kann hier auch nicht davon reden, dass die Umsetzung der Story verschenktes Potential wäre, denn die Story wirkt in ihrem innersten Kern schon so simpel konzipiert. Allerdings ist schon etwas schade um das doch optisch ansprechend gestaltete Characterdesign. Man hätte hier einfach mehr Aufwand reinstecken können.
Letztendlich würde ich dieses Spiel definitiv nicht als VN als solche bezeichnen. Und ich habe schon sehr lockere Standards. (Die Zero Escape-Serie und ähnliche sind echte VNs und niemand kann mir was anderes sagen!)
Es ist optisch daran angelehnt und versucht eindeutig diesen Markt zu erreichen, aber im Endeffekt ist die Story einfach zu kurz, nichtssagend und uninspiriert. Das Spiel könnte genauso gut keine Story haben und nichts wäre verloren.

Gameplay

ManaCollect Gameplay Trailer

Beschreibung

Das Gameplay des Spiels ist angelehnt an Minesweeper. Allerdings auf einem Hex statt einen Quadrat Muster. Während man bei Minesweeper sich in Ruhe durch die Felder klickt und beliebig viel Bedenkzeit hat, ist dies ein Echtzeitspiel. Man steuert den Charakter, den man spielt, über das Feld und deckt dadurch die Zahlen, die angeben, wie nah die „Bomben“ sind, temporär auf. Denkt man, eine „Bombe“, also ein Mana Feld, gefunden zu haben, markiert man dieses. Das ist auch eigentlich schon das Kernspielprinzip. Dazu kommen dann noch die Bedingungen für was passiert, wenn man ein Feld falsch setzt: Im Singleplayer wird dann die Chain, die durch das richtig Markieren entsteht, zurückgesetzt, im Multiplayer verliert man sämtliche Markierungen und der Gegner kann diese aufnehmen.

Dann gibt es noch die generellen Multiplayer- bzw. Versus-Mechaniken. Diese sind wie folgt: Der Spieler besitzt zwei Mana-Punktzahlen. Die erste ähnelt aber eher einer klassischen Lebensleiste. Die zweite Leiste füllt sich durch das richtige Markieren der Mana-Felder. Man kann diese zweite Leiste dann verwenden, um damit denn Gegner anzugreifen und entsprechend viele Punkte von seinem Leben abzuziehen. Oder sollte der Gegner einen angreifen, kann man damit den Schaden abfangen, so dass die eigenen Lebenspunkte ihn nicht abbekommen. Des Weiteren verfügt jeder Charakter über eine individuelle Fähigkeit, die sich regelmäßig während des Spielens auflädt – schneller, wenn man weniger Mana als der Gegner hat.

Wertung

Man könnte auf den ersten Blick meinen, dass durch das Spielen auf einem Hex-Feld die logische Schwierigkeit im Vergleich zu Minesweeper höher ist. Dem ist natürlich nicht so, weil es nur fünf Felder rund um ein anderes statt den klassischen acht gibt. Hingegen kommt die Komplexität hier in dem Spiel aus dem extrem schnellen Versus-Spiel. Man muss prinzipiell innerhalb nur weniger Sekunden direkt korrekt sehen, welches Feld das richtige ist. Erschwert wird das auch dadurch, dass die Felder wie erwähnt nur temporär aufgedeckt werden. Das führt dazu, dass man neben den Minesweeper-Gedanken sich auch teilweise noch ähnlich wie bei Memory merken muss, welches Feld nun welchen Wert hatte.

Dieses fundamental spaßige Gameplay leidet leider unter der Umsetzung und den etwas hakelig umgesetzten Kampfmechaniken, die dem Spiel nicht viel Gutes tun. Das Spiel wäre meiner Meinung nach weitaus angenehmer, wenn man sich einfach wie in Versus-Puzzlespielen auf das Kern-Gameplay konzentrieren könnte und die Kampfaktionen sich dynamisch aus den primären Aktionen ergeben und man nicht daran denken muss, nach ein paar gesammelten dann wieder anzugreifen. Auch die Fähigkeiten sind eher nervig statt förderlich. Die meisten schränken einfach die Bewegung des anderen ein, was nicht spaßig, sondern leider einfach nur nervig ist. Durch dies und die doch leider ab und an nicht ganz akkurate Steuerung wird einem das Spiel dann doch relativ schnell leid, obwohl hier viel Potential steckt.

Fazit

ManaCollect ist ein nettes kleines Spiel, von dem man wahrscheinlich nach der in etwa drei Stunden langen Kampagne und ein paar Versus-Runden gegen Freunde (falls man welche lokal bei sich hat) dann aber doch genug hat. Die Story ist der weiteren Erwähnung nicht wirklich wert. Der Artstyle ist aber niedlich und das Kernkonzept macht zumindest eine Zeit lang Spaß. Würde man hier die Probleme ausmerzen und einen Online-Multiplayer einbauen, könnte ein sehr spaßiges Multiplayerspiel entstehen. So wie es ist, hat man ein ganz niedliches Spiel für  zwischendurch, was zum aktuellen Vollpreis von 6,99€ nicht unbedingt das Geld wert ist, aber zum reduzierten Preis von unter 2€, zu dem es oft erhältlich ist, dann vielleicht doch eine Überlegung wert sein könnte.

Meine Wertung: 5/10

Ausblick

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Die Entwickler hinter ManaCollect sind momentan hart an einem zweiten Teil am Arbeiten. Trotz der vielleicht etwas kritischen Review freue ich mich hierdrauf. Denn die Mechanik hat Potential! Das Spiel ist momentan für ein Release in Japan zum Zeitpunkt der Fuyucomi C99 (diesen Winter) geplant, was sich aber vielleicht noch verschieben mag. Ob es ein englisches Release geben wird, steht noch nicht fest, aber ich hoffe darauf. Sollte es hier Neuigkeiten geben werde ich dann bestimmt darüber berichten!

Autor: Railgun

Yahallo! Mein Name hier ist Railgun, sonst benutze ich aber auch gerne mal 50 andere. In die Anime und VN Welt bin ich damals gestolpert als ein Freund mir empfohlen hat Clannad zu schauen. Des Weiteren bin ich sehr begeistert von der Zero Escape Serie sowie den anderen Spielen von Uchikoshi sowie Kodaka.