Review: Eroge! ~Sex and Games Make Sexy Games/ H mo Game mo Kaihatsu Zanmai~ (NSFW)

Normalerweise sprechen wir auf dieser Seite eher über die Erzeugnisse der Eroge-Industrie an sich: Die hiesigen Spiele, die uns Monat für Monat von verschiedenen japanischen Firmen präsentiert und dann für die weniger erleuchteten Leser ins Englische lokalisiert werden. Heute beschäftigen wir uns aber mit einem Spiel, was sich von der oberflächlichen Betrachtung der Eroge entfernt, sondern uns einen tieferen Blick in die Materie gewährt. Die Rede ist von dem Meta-Eroge mit dem treffenden Namen „Eroge! ~Sex and Games Make Sexy Games“

Erstmalig veröffentlicht durch CLOCK UP team Anise, eine von vielen Untermarken der berühmten Erogefirma CLOCK UP, kam das Spiel am 25.Juni.2010 auf den japanischen Markt. Am 13. September.2013 erschien es dann auch auf Englisch durch eine Lokalisierung von MangaGamer. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kostet der Titel 44.95€ aber ich konnte das Spiel im Erotic Escapades Bundle von IndieGala für einen deutlich niedrigeren Preis erhalten.

Es gibt zu dem Spiel auch eine äußerst beliebte OVA Hentai-Serie, die man sich durchaus mal anschauen kann. Sie geht nicht so weit wie die Novel es tut, aber der Grundtenor ist vorhanden.

Eroge! ~Sex and Games Make Sexy Games ist ein Spiel einer Meta-Eroge Reihe in denen Clock Up auf verschiedene Berufe innerhalb der japanischen P0rnoindustrie eingeht. Sie haben in dieser Hinsicht noch mehr Spiele veröffentlicht in denen man Industrien wie Porno-Synchronisation, Hentai-Manga oder das Vertreiben von Hentai-Merchandise (Ero-Goods) von innen heraus kennenlernen kann. Bisher wurde noch keines der weiteren Spiele dieses Typs lokalisiert.

Synopsis:

In Eroge! schlüpfen wir in die Rolle des Erogefans Tomoya Mochizuki, der nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn nun endlich in das Arbeitsleben einsteigen will. Nach viel Masturbation und Nachdenken lässt ihn der Gedanke ein Teil der Eroge-Industrie zu werden nicht mehr los. Also macht er sich an die Arbeit Bewerbungen an alle ansässigen Erogefirmen im Umkreis zu schicken.

Leider ist seine Aufnahme bei einer namhaften Firma erfolglos, da er keine Arbeitserfahrung vorweisen kann und auch sonst keine entwicklerischen Fähigkeiten besitzt. Er proklamiert, dass er erst aufgeben wird, wenn ihn auch die letzte Erogefirma abgelehnt hat. Zur Problemlösung wendet er sich an kleinere, sogenannte Doujin-Circles. Hier findet er schnell einen Platz bei der Doujin-Firma Flower. Leider ist Flower keine besonders erfolgreiche Firma und droht in die Insolvenz zu gehen, wenn der nächste Titel, den sie produzieren, kein Kassenschlager werden sollte.

Nachdem er aufklärt, dass er sich nicht bei Flower bewirbt um Nene vor den Augen ihres Vaters zu vergewohltätigen, wird er von der Loli-Chefin der Firma Nene zum Managing Consultant ernannt und darf in bester Kaizen-Manier die Schwachstellen in der Produktionsqualität der Angestellten finden und ausmerzen. Schnell findet er heraus, dass es nicht an den reinen Fähigkeiten der Mädchen liegt, sondern daran, dass sie keine genaue Vorstellung haben wie sie Herz und Erotik in ein Eroge hineinbringen. In Momokas Fall sabotieren sie sogar aufgrund ihrer voreingenommenen Ideologie das Projekt. Als selbsternannter Eroge-Experte ist Tomoya hier genau der richtige Mann für den Job. Mit dem Ziel ein gutes Eroge zu entwerfen gehen er und die Mädchen mit vollstem Körpereinsatz an die Sache heran.

Charaktere:

Himeno Kisara: (Satou Yuki)

Kisara ist Flowers In-House Artist und gleichzeitig ihr Charakterdesigner. Sie zeichnet auch die Artworks für die Spielverpackung und das Promotional Artwork für die Werbung und den Vertrieb.

Anfangs bemerkt Tomoya, dass sie nur Zeichenstile abkupfert und nicht ihr eigenes Herz in ihre Kunst einfließen lässt. Dies hört die von sich selbst überzeugte Dame gar nicht gerne und beschwert sich bei Nene, dass sie den Idiot überhaupt eingestellt habe. Kisara weiß absolut gar nichts über Sex und Eroge und muss überall an der Hand geführt werden, dafür steigt ihr Interesse am Sex am schnellsten, weil sie zu dem Schluss kommt, dass es ihrem Zeichenstil hilft. „Wenn ich besser werden will, dann führt kein Weg daran vorbei. Lass uns Sex haben!“

Fujiwara Momoka (Misonoo Mei)

Momoka ist Flowers Szenariowriter. Sie arbeitet immer nahe mit Kisara zusammen damit Artwork und Szenario sich gemeinsam entwickeln kann und überprüfen ihre Fortschritte immer gegenseitig.

Ihr Hass für Tomoya ist anfangs sehr ausgeprägt, weil sie der verqueren Meinung ist, dass alle Männer pervers und nutzlos sind. Sie ignoriert Tomoya solange wie sie es kann und weigert sich mit ihm zusammen zu arbeiten. Ihre passiv-aggressive Aura ist sowohl abtörnend  für Tomoya als auch für den Spieler. Sie hat aber auch eine süße Seite, generell für süße und liebenswerte Dinge, die sie nur selten zeigt.

Leider muss sie ein guter Szenariowriter für Pornospiele werden und da sind Hasstiraden und feministische Denkweisen gegen Männer kein Garant für Erfolg. Ihr Schreibstil wird von ihrer Denkweise beeinflusst und das lässt sich dahin zurückverfolgen, dass Flowers erstes Spiel ein Flop wurde, weil sie sich weigerte guten Porn zu schreiben.

Kousaka Iori (Oukawa Mio)

Iori ist Flowers Graphic Artist. Sie gestaltet die UI, coloriert die Szenen und macht den ganzen technischen Kram von dem die anderen keine Ahnung haben.

Iori ist eher den Stoikern zuzuordnen, denn sie spricht kaum und wenn sie mal spricht, dann geht ihre Stimme meistens mit der Hintergrundmusik unter. Sie antwortet meist in kurzen Sätzen ohne viel Elan oder Motivation. Sie interessiert sich nicht dafür, dass Flower möglicherweise Konkurs gehen könnte, aber wäre doch getroffen, wenn es Kisara oder Nene dadurch schlecht gehen würde.

Ioris Aufgabe ist es die Farbgebung in den Spielen realistischer zu machen. Dafür muss sie natürlich mit den körperlichen Säften erst einmal in Berührung kommen und sie in echt sehen. Wie man es bald herausfinden wird ist Iori fasziniert von dem Geschmack und Geruch ihrer Szenen. Als sie dann Tomoya als menschliches Versuchsobjekt hat, dann eskaliert das ganze in ungeahnten Weisen. Stille Wasser sind tief.

Sonono Nene:

Nene ist die Firmenpräsidentin von Flower. In Japan würde man sie als 社長 bezeichnen, die höchste Position in der japanischen Firmenhierarchie. Sie ist zwar klein, aber die älteste Person in Flower. Nene hat das Problem, dass sie aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens, was dem eines kleinen Kindes nahe kommt, nicht in ihrer Rolle als Shachou ernst genommen wird. Eher trägt sie eine Maskottchenfunktion und kümmert sich um alles was in der Firma schief geht (eine Menge).

Da sie sich größtenteils um die Bürokratie kümmert fühlt sie sich als würde sie nicht genügend zur Spielentwicklung beitragen. Obwohl sie diejenige ist, die technisch mehr Erfahrung mit Eroge hat. Der Kicker ist aber, dass sie immer nur die Trialversion spielt und deshalb keine Ahnung von der Exekution einer plausiblen Storyline hat.

Nenes Route dreht sich allein darum, dass sie eine wirklich erwachsene Person werden soll um ein Rolemodel für Flower zu werden.

Erster Eindruck:

Mein erster Eindruck als ich von diesem Spiel gehört habe war, dass ich es als Spiel nutzen kann um mehr über die, in wissenschaftlichen Kreisen wenig behandelte, Eroge-Industrie zu lernen und zumindest einen groben Überblick über den Ablauf der Spielentwicklung zu erhalten. Das konnte das Spiel mir auch zum Großteil gewähren.

Meinung:

Allgemeines:

Hör auf anzugeben, Tyr!

Eroge! ist ein Nukige, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Mit den vier Mädchen mit denen man interagieren kann können wir früher oder später die wildesten Sex-Szenen bewundern. Jeder Charakter hat seine eigenen Charaktereigenschaften, die aber eher oberflächlicher Natur sind. Wir haben da einmal eine Tsundere, den reiches Mädchen-Archetyp, die Frauenhasserin, die Knuddelloli und die stumme Kuudere. Alle Mädchen unterscheiden sich durch spezifische Sprachstile von einander, die aber nur in der japanischen Audio klar voneinander zu unterscheiden sind.

Zunächst möchte ich über den Protagonisten sprechen, Tomoya Mochizuki ist ein typischer Hetare-Protagonist, der in dem Spiel an so einigen Stellen sein Fett weg bekommt. Zunächst eingeschleust in die Firma als Manager, hat er mit der Missgunst der Mädchen zu kämpfen, die ihn alle für einen Perversling halten und nicht wollen, dass eine männliche Kreatur in ihrer Eroge-Firma arbeitet. Aufgrund ihrer Misserfolge haben sie aber keine andere Wahl, als sich mit dem Neuankömmling anzufreunden bzw. auf gleicher Ebene zusammenzuarbeiten.

Handlung:

Die erste Szene mit der wir begrüßt werden ist, dass der Protagonist ein Nukige spielt in der eine Heroine von einem Tentakelwesen eine interne Genitalmassage erhält. Dies ist übrigens die Art wie Clock Up uns mitteilen will, was wir von dem Spiel zu erwarten haben. Nämlich ein Nukige in dem es darum geht Nukige zu kreieren.

Dann wird uns Tomoyas Lotterleben vorgestellt. Alleine bei sich Zuhause konsumiert er Tag für Tag Eroge und sammelt sich über die Zeit weg ein grundsolides Wissen über Eroge an. Von seinen täglichen Masturbationssessions ganz zu schweigen. Als er in Flower eintritt tritt er von dem einen Fettnäpfchen in das nächste. Nach den üblichen Charaktervorstellungen kulminiert die Handlung darin, dass Tomoya von Reina, der Vertriebschefin der Firma, die Flowers Eroge publiziert, im Büro gefesselt wird und er einmal vor den Augen aller zur Ejakulation gebracht wird. Dieses unglückliche Erlebnis erweckt die sexuelle Neugierde der Mädchen.

Durch das Wecken ihres Sextriebs, und entgegen des Fakts, dass Tomoya ein Hetare ist, interessieren sich die Mädchen immer mehr für sexuelle Dinge und üben mit ihm Titjobs, Footjobs, normalen Sex in der Missionarsstellung zum Zwecke der Prokreation und anderes, total unchristliches Zeug wie Händchenhalten. Natürlich nicht ohne ihn gehoben als Perversling und Vergewaltiger zu bezeichnen, wie es sich für -dere Archetypen gehört.

Aufgrund der frequentierten, sexuellen Eskapaden lernen die Mädchen immer mehr wie sie ihr neu gelerntes Grundwissen in ihre Werke einbauen. Sie werden dadurch besser, wenn es darum geht glaubhaftere Sexszenen zu schreiben, den körperlichen Säften passendere Farbgebung zu verleihen oder generell die Firma besser zu managen. Kurzum, durchs Vögeln auf der Arbeit werden die Mädchen besser in ihren Berufen. Na, wenn das mal keine politische Message ist!

Das ist aber nicht alles, denn die Mädchen besitzen auch ihre eigenen Routen in denen sie mit dem Protagonisten auch auf einer romantischeren Ebene zusammenfinden. Der generelle Handlungsverlauf sieht vor, dass man vom tolerierten Mitarbeiter zum liebenswerten Freund wird und gleichzeitig das Spiel fertigstellt.

 

Aufbau:

Normalerweise würde ich an diesem Punkt über die technischen Aspekte von Eroge! sprechen, aber der Aufbau der Handlung verdient es gewürdigt zu werden. Eroge! führt uns ziemlich präzise durch einen Wochenplaner in dem statt in Kapiteln, in Arbeitsschritten der Verlauf der Handlung dokumentiert wird. Die Handlung erstreckt sich vom Mai bis zum Oktober. (Das ist ziemlich nahe an der typischen Entwicklungszeit eines Eroge, der dann zur WinterComi bereit liegen soll.)

Anfangs kriegen wir alle Schritte mitgeteilt, die bei der Eroge-Entwicklung wichtig sind. Dazu sehen wir detailliert welches Mädchen an welcher Stage der Entwicklung ihren Beitrag leistet. Zum Routenaufbau ist zu sagen, dass man am Anfang noch obligatorische Sexereien mit allen Mädchen haben kann, später wenn man ein elementares Event getriggert hat, wird man aber auf eine Route gelockt und beendet das Spiel dann in diesem Teil. Man erhält einfach einen Bildschirm mit 4 Mädchen, von denen man auswählen kann, wem man an diesem Tag helfen möchte. Das erinnert an Imouto Paradise.

Über die Routen an sich werden ich nicht sprechen. Ich kann sie aber ranken. Die Iori-Route ist die sinnlich aufregendste Route und auch die Route, die ich als erstes gespielt hatte und den größten Eindruck bei mir hinterließ. Zurecht, denn wie ein Deutsches Sprichwort sagt: Stille Wasser sind tief.

1.) Iori
2.) Kisara
3.) Nene
4.) Momoka

Writing:

Das Writing in dem Spiel ist superb. Sowohl in der japanischen Version, wie in der Englischen tritt der Humor sofort durch ohne albern zu sein und man spürt wie sehr Clock Up sich mit der Eroge-Industrie beschäftigen will. Je nach dem wie tief man den Dialog lesen möchte, kann man unterschwellig politische Botschaften im Bezug zur der japanischen Arbeitskultur oder die unfaire Behandlung von Doujin-Firmen im Vergleich zu den großen Playern erkennen. Gerade in Kisaras Route sticht eine solche politische Analyse durch, da sie mit Diskriminierung zu kämpfen hat. Ich erkenne viel autobiographisches im Erzählstil.

Beispiel für eine unterschwellige politische Aussage

Tomoya kommt mit viel Jugendsprache daher und klingt seinem Charakter angemessen wie ein richtiger Hetare. Die anderen Mädchen nutzen auch eine Wortwahl, die ihren Charaktereigenschaften entspricht. In Szenen in denen Informationen gegeben werden, oder gar eine Mechanik der Industrie erklärt wird, ist der Text etwas steriler gehalten und gleicht einer Wikipedia-Erklärung, die dennoch nicht schwer nachzuvollziehen ist. Viel Jargon mit englischen Lehnwörtern lässt sich finden.

In den H-Szenen treten die Fähigkeiten des Writers Hayasaka Utane und des Übersetzers Kouryuu komplett hervor. Clock Up hat die unglaubliche Fähigkeit ihre Hentai-Szenen so ausführlich und eindrucksvoll zu schreiben, dass man sie mit alle 5 Sinnen spüren kann. Das ist nicht übertrieben, wenn man sich auf die akkuraten Beschreibungen der Gerüche, Klänge und Gefühle fokussiert dann, behaupte ich, kann man die Szenen sogar riechen. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass es definitiv Szenen im Spiel gibt, die man nicht so sinnlich erleben möchte. Unter keinen Umständen!

H-Content:

Da in dem Spiel definitiv all der H-Content die Vormachtstellung innehat, muss ich ausführlich auf ihn eingehen. Haltet euch fest. Dieses Spiel dauert in einem kompletten Durchlauf mehr als 50 Stunden und hat 58 H-Szenen und rund 2000!! CGs, die sich im Extra Menü, nach dem ersten Mal Credits lesen einsehen lassen.

NSFW

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Bei einer solchen Fülle kann man sich sicher sein, dass man nicht nur Vanilla-Szenen bewundern darf sondern absolut endlos jeder Fetisch dabei ist, den man sich vorstellen kann. Und in der Hinsicht enttäuscht Clock Up Team Anise auch nicht. Futanari, Tentakel, SM-Play, Watersports, Koprophilie, Kerzenwachs, Femdom, Pegging, Dirtytalk, Lolis, Ruined Orgasms, Bodypaint und was man alles noch so in der Kink-Kategorie eurer Pornodatenbank des Vertrauens finden kann, beehrt uns mit seiner Präsenz. Und alle Szenen führen irgendwie dazu, dass Tomoya darunter zu leiden hat. Er hält sich auch nicht zurück, egal was für einen exzentrischen Fetisch ihm die vier Damen entgegenbringen. Freunde von Nukige mit viel Varietät finden in Eroge! ihren Messias.

Technisches:

Die Technik in diesem Spiel gar nicht schlecht. Es gibt ein äußerst detailliertes Optionsmenü in dem man mehr einstellen kann, als in den meisten Eroge, die ich bisher so gespielt habe. Leider musste ich für mich feststellen, dass ich immer Pech mit der Skip-Funktion habe. Ich konnte keine Möglichkeit finden auszustellen, dass das Spiel über noch nicht gelesene Szenen noch weiterskippt. Dadurch habe ich einigen Content verpasst und nochmal lesen müssen. Ansonsten lässt sich beispielsweise die Textbox auf einer vertikalen Achse verschieben, ein Feature was ich bisher nur bei Spielen von Purple Soft gesehen habe.

Leider gibt es keine Möglichkeit im Text zu einem bestimmten Szene zurückzuspringen. Das ist ein solides Manko, was echt zu Frustration führen kann, wenn man bestimmte Szenen sucht. Beispielsweise für die Erstellung eines Reviews :thinkingemoji:

Das UI ist sehr detailliert und wenn man Menüpunkte anwählt sind diese Optionen auch mit Stimmsamples unterlegt. Was will man mehr als eine Tsundere die einem wütend sagt, dass man nicht wiederkommen soll, wenn man das Spiel ausmachen will. Klasse!

Audiovisuell:

Erstmal lässt sich festhalten, dass das Artwork in Eroge! von Hamashima Shigeo ist. Und das reicht schon als Beweis für seine Klasse.

Für ein Spiel aus dem Jahr 2010 kann Eroge! locker mit den moderneren Produktionen mithalten. Meist erwischt man sich dabei, wie man die detaillierten Hintergründe der chaotischen Arbeitsräume von Flower die Tische auf Eastereggs und Referenzen absucht. Das Spiel ist sehr farbenfroh gestaltet und die Charaktere unterscheiden sich farblich so, dass sie alle ihren eigenen Farbraum schaffen. Die Charakterdesigns sind stimmig und auch einzigartig. Ich wusste gar nicht, dass es Erogestudios gibt, die auch unperfekte Mädchen zeichnen, denn Kisara beispielsweise ist etwas dicker, als man das von der typisch, japanischen Körperform gewöhnt ist. Oder ist das nur das Kleid?

Audio:

Von Clock Up ist man definitiv bessere Soundtracks gewohnt als das was einem hier geboten wurde. Hier hat unser Freund Uehara Ichinoryuu definitiv nicht seine beste Arbeit abgegeben. Es gibt eine Varietät von 10 Liedern von denen 2 nur während H-Szenen spielen. In einem 50 Stunden Eroge ist das doch sehr repetitiv.

Zuviele Versionen des Openings :v

 

Das Opening ist genauso vertrackt und bescheuert wie das Konzept des Spiels ist. Es klingt irgendwie wie ausrangierter Mario Kart Track oder sowas, aber es drückt das aus was der japanische Titel des Spiels sagen möchte: „The Joy of Sex and Game Development“ Freude erzeugt dieses Opening auf jeden Fall, aber es ist mir zu wild und Denpa.

(Das Video ist zu Porn um auf Youtube geladen zu werden.)

[Cheerful+Colorful] Mousou Bakusou Kaihatsu chu! / 妄想爆走☆開発chu!

Voiceacting:

Beim Voiceacting lässt es sich nicht meckern. Jeder Charakter vertritt seinen persönlichen Sprachstil, der sehr gut umgesetzt wurde. Kisara (Satou Yuki) klingt in jeder Line wütend, was ihren Tsundere-Charakter gut untermalt. Momoka (Misonoo Mei) ist klingt schlicht arrogant und herablassend, was sie mit typisch femininen Expressionen wie der Satzendung „wa“ oder „araara“ ausdrückt. Nene (Fujimori Yukina) klingt als wäre sie ständig auf Kokain und das verleiht ihr mehr den Maskottchencharakter, als dass sie als verantwortungsvolle Managerin gesehen werden kann. Reina (Nakamura Keiko) spricht in höchstem Keigo 敬語. Iori (Kobayashi Maki) spricht so leise, dass das Mikrofon es manchmal kaum aufnimmt. Alle Sprachstile und Eigenschaften passen zu den jeweiligen Charakteren und wurden von den Synchronsprechern tadellos umgesetzt.

Fazit:

Hat Eroge! mich zum Experten auf dem Gebiet der Eroge-Produktion gemacht? Ich glaube dafür reicht es noch nicht ganz. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass das Spiel einen Lehrauftrag vertritt, den viele heimische Scholare in Japan nicht zu publizieren wagen. Es gibt bisher ein nur ein gutes Buch, was die Geschichte der Eroge in Japan detailliert darstellt (amazon). Dieses Buch geht aber nicht auf die inneren Mechanismen in den Firmen ein.

In dem Sinne ist Eroge! ein Lichtblick, da es Interesse schürt und gleichzeitig eine massive Zahl an fappierbaren CGs bietet. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Eroge neben Wishfulfillment und Stressbefreiung auch einen Bildungsauftrag erfüllen können.

Best Girl!

Autor: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (24) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 150 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. よろしく~