Review: Eien no Aselia – The Spirit of Eternity Sword-

Eien no Aselia wurde von Xuse und deren Unterfirma Xuse [Honjouzou] entwickelt und erschien am 28.11.2003 in Japan. Am 12.05.2005 erschien die All-Ages Version Eien no Aselia -Kono Daichi no Hate De- dessen englische Version am 04.11.2011 von JAST Densetsu veröffentlicht wurde.

Handlung

Um seine Schwester Kaori zu beschützen ging Yuuto unwissentlich einen Handel mit etwas ein, das mächtiger und schwerwiegender war, als er es je erahnen konnte. Und jetzt ist die Zeit gekommen um seinen Teil des Handels zu erfüllen.
Phantasmagoria. Eine Welt, die sich dem Ende neigt. Eine Welt in der Krieg um die verbleibenden Ressourcen alltäglich scheint… Das ist die Welt in der Yuuto und seine Schwester sich wiederfinden.
Direkt nach seinem Erscheinen in Phantasmagoria wird Yuuto grundlos nidergestochen. Die Geschwister finden sich daraufhin in Gefangenschaft wieder und Yuuto wird durch Magie gezwungen für das Land Rakios zu kämpfen. Währenddessen wird Kaori als Geisel gehalten.
Gezwungen ein Schwert zu führen, dass ihm langsam den Verstand raubt, kämpft Yuuto an der Seite der Spirits, junger Mädchen, deren Leben ebenfalls in den Händen ihrer Schwerter liegen.

Charaktere

Yuuto

Ein junger Mann, der von Rakios gezwungen wird für sie zu kämpfen. Eigentlich ein normaler, wenn nicht ganz so intelligenter Mensch, der seine Schwester als einziges verbleibendes Familienmitglied etwas zu sehr beschützt. Sein Schwert befindet sich in einem ständigen Kampf mit ihm um die Kontrolle über seinen Körper.

 

Aselia

Ein blauer Spirit, der gefühlskalt und emotionslos erscheint. Ist jedoch ein hilfsbereites Mädchen, das sich sehr für Yuutos Welt interessiert.

Esperia

Ein fürsorglicher grüner Spirit. Die „Große Schwester“ der Spirit-Truppe von Rakios. Ihre Kleidung erinnert an ein Maid-Kostüm.

Oruphaliru

Ein kindicher roter Spirit, der von Familie fasziniert ist. Sie nennt Yuuto ‚Papa‘ und steckt voller Tatendrang und Energie.

Uruka

Ein stoischer schwarzer Spirit. Leiterin der Sondereinsatztruppe des Heiligen Reich Sargios und das Inbild einer Kriegerin.

Lesteena

Eine mitfühlende Prinzessin, auch wenn sie sich nach außen nicht so gibt. Sie nimmt Kaori in ihre Obhut um sie zu schützen und hat Mitleid mit der Situation der Spirits, aber ihre Position als Prinzessin verbietet es ihr offen zu sein.

Kaori

Yuutos kleine Schwester. Eine begnadete Flötenspielerin und einziges verbleibendes Familienmitglied. Ihre Gefühle gehen womöglich ein kleines bisschen über geschwisterliche Liebe hinaus.

Kyouko

Eine Freundin von Yuuto und Kaori, die ebenfalls nach Phantasmagoria gerufen wurde. Ihr Schwert hat nahezu vollständige Kontrolle über sie.

Tokimi

Eine seltsame Priesterin aus Yuutos Heimatwelt, die ihn länger zu kennen scheint als er sie.

Gameplay

Die Karte

Außerhalb der Handlung spielt sich das gesamte Spiel auf detaillierten Landkarte ab, die sich in Orte und Knotenpunkte aufteilt. Knotenpunkte sind die Verbindungen zwischen 2 Orten. Da man sich mit jeder Einheit pro Zug nur ein Feld bewegen kann, lernt man sie schnell zu hassen. Orte sind Städte, die als Basen fungieren oder Höhlen in denen mächtige Feinde lauern können. Städte können bebaut werden um Äther zu gewinnen oder um andere Effekte herbei zu führen. Jede Stadt verfügt über einen eigenen Mana Pool, der langsam in Äther umgewandelt wird, ein Prozess, der durch das Bauen von Generatoren beschleunigt werden kann. Die Ressourcen sind begrenzt, aber großzügig genug damit der Spieler sich keine Sorgen machen muss pleite zu gehen. Neben dem Bau von Gebäuden wird Äther hauptsächlich zum Verstärken von Einheiten verwendet, was einen Zug dauert in dem sich das gesamte Team der zu levelnden Einheit nicht bewegen kann. Der Spieler muss deshalb immer abwiegen ob eine Einheit stark genug ist, sie woanders nicht besser gebraucht wird und ob es sich diesen Zug lohnt sie zu leveln. Eine Überlegung, die durch Rollenverteilung und Skills noch weiter erschwert wird.

Einheiten

Dem Spieler stehen bis zu 4 Teams aus bis zu 3 Einheiten und bis zu 2 Allrounder zur Verfügung, mit denen es gilt die Missionsziele so effektiv wie möglich zu beenden. Jedes Team hat drei Rollen, die es zu füllen gilt: Angreifer, Verteidiger und Unterstützer.
Die Rolle des Angreifers ist es die Kraftpunkte des Gegners durch Angriffe zu reduzieren.
Die Rolle des Verteidigers ist es einen Angriff auf andere Gruppenmitglieder zu verhindern und den erlittenen Schaden zu reduzieren.
Die Rolle des Unterstützers ist es das eigene Team zu stärken oder das gegnerische zu schwächen.

Skills

Jeder Charakter kann 3 Skills jeder Rolle besitzen. Skills haben eine begrenzte Anwendungsanzahl und unterschiedliche Werte, je stärker ein Skill desto geringer die Anzahl an Verwendungen. Die Skills werden in den eigenen Städten aufgefrischt, so dass man sich bei Belagerungen keine Sorgen um Verbrauch machen muss. Sie sich in 2 Schadensarten Körper und Geist eingeteilt, sodas man extra vorsichtig sein muss, wen man in welche Rolle setzt. Darüber hinaus verfügt jede Einheit noch über die 3 Parameter Angriff, Verteidigung und Resistenz, die die Effektivität von physischen und magischen Angriffen beeinflussen. Außerdem verfügen einige besonders starke Skills noch über einen Effekt, der Mind, den Geisteszustand des Charakteres beeinflusst und Auswirkungen haben kann, welche Skills nutzbar sind und welche nicht, was jedoch mit wenigen Ausnahmen keine Auswirkungen auf den Spielverlauf hat. (In der Originalversion war es ein Indikator dafür, wie sehr man seinem Schwert verfallen war. Eine Route, die in allen anderen Versionen aufgrund der Altersfreigabe komplett gestrichen wurde.)

Rollen

Bestimmte Einheiten eignen sich besser für bestimmte Rollen als andere. Blaue Spirits verfügen über hohe Angriffswerte und Skills, die gegnersche Unterstützer unterbrechen können, haben jedoch nur geringe Verteidigungsskills.
Grüne Spirits verfügen über hohe Verteidigung und heilende Unterstützung, sie sind jedoch anfällig für magische Angriffe.
Rote Spirits verfügen über hohe magische Werte und können den Gegner unterstützend mit Magie angreifen, verfügen jedoch über schlechte physische Werte.
Schwarze Spirits verfügen über die Fähigkeit den Gegner zu schwächen oder Verteidigung zu ignorieren, haben jedoch geringere Werte als andere Spirits.
Allrounder wie Yuuto können jede Rolle einnehmen, ihre Skills verfügen jedoch über leicht geringere Werte als spezialisierte Spirits.

Außerdem verfügt das Spiel über ein New Game+, was höhere „Schwierigkeitsgrade“ freischaltet. Die Anführungsstriche sind da, weil das Spiel einfach das Level Cap für alle Einheiten erhöht anstatt es schwieriger zu machen.

Grafik und Soundtrack

Eien no Aselia erschien erstmals 2003 und das sieht man leider auch. Das Spiel versprüht zwar immer noch einen gewissen Retro-Charme, aber die meisten würden das Spiel keineswegs als ansehnlich beschreiben. Die Charaktere wirken außerhalb der Kämpfe leicht grotesk und für das Ästhetik-empfinden moderner VN-Spieler vielleicht sogar hässlich. Wer jedoch über die Charakterporträts hinwegsehen kann, der findet sich schnell von der Handlung und dem Soundtrack in Bann gezogen.
Der Soundtrack ist gut genug um es problemlos mit modernen Spielen aufnehmen zu können, die Stimmen passen perfekt zu den Charakteren und es wurde sogar eine eigene Fantasiesprache für den ersten Teil des Spiels entwickelt. (Man kann sie im NG+ aber auf japanisch umstellen)

Fazit

Eien no Aselia ist jedem zu empfehlen, der über die grafischen Defizite hinwegsehen kann. Hinter der schlecht gealterten Fassade verbirgt sich ein Meisterwerk. Wer jetzt denkt „Das ist ja Isekai, das kann ja nur schlecht und/oder Harem sein“, der könnte nicht weiter daneben liegen. EnA erschien bevor Isekai zu dem wurde, was man heute kennt (und hasst) und das merkt man auch. Ironischerweise funktioniert Eien no Aselia als eine Dekonstruktion von Tropes, die erst NACH dem Erscheinen des Spiels entstanden.
Die Handlung ist spannend erzählt und man wird förmlich in die verfallende Welt von Phantasmagoria hineingezogen. Es wird eine fesselnde Geschichte über Krieg, Schicksal, Liebe und Hass erzählt.
Das Gameplay kann gegen Ende hin etwas schleppend wirken und die finale Mission wird viele vermutlich dazu bringen zu ragequitten, aber das Spiel ist es trotzdem wert.

Post Author: Kuma

Ein diabolisches Wesen, das Geschichten verschlingt wie andere Luft zum Atmen. Niemand weiß, Wer oder Was Kuma war, bevor er aus dem Wald ausbrach und sich in die Zivilisation stürzte, aber nun ist er hier und er ist gekommen um zu bleiben. Nichts ist vor ihm sicher. Kein Eroge, keine Visual Novel hält diesen Bären davon ab unaufhörlich weiter und weiter zu lesen. In seiner Sucht sind ihm schon unzählige Spiele zum Opfer gefallen. Und es werden stündlich mehr...