Review: Aibeya

Neben den ganzen anderen 50-Stunden Bombern, die uns PQube vor kurzem an den Kopf warf, spiele ich auch nebenbei mal das ein oder andere Moegame oder Charagame, das so am Ende jedes Monats in Japan releast wird. Vor einigen Monaten geriet ich so an einen Titel namens „Aibeya„. Aibeya ist eine kurze, prägnante Liebesgeschichte zweier japanischer Kindheitsfreunde, bei denen das Schicksal wollte, dass sie unter einem Dach leben müssen.

Aibeya ist ein Spiel der Marke Azarashi-Soft und fängt lustigerweise wie 80% ihrer Spiele mit dem Buchstaben A an und wird in Katakana geschrieben. Azarashi-Soft waren mir persönlich eher unbekannt, aber man kennt sie von der Amakano und der Aikagi-Reihe. Azarashi-Soft gehört zur Marke von Nexton und besitzen eine Unterfirma mit dem Namen Azarashi Soft Zero, die 2017 Yami to Hikari no Sanctuary releast haben.

 

Synopsis:

Aibeya, übersetzt aus dem Japanischen als 相部屋 (ein Zimmer teilen) ist ein Eroge, bei dem es darum geht, dass die beiden Mitschüler & Kindheitsfreunde Kazama Kouta und Hayami Aki, durch unglückliche Umstände miteinander leben müssen. Kouta, ein ambitionierter Fotograf wird plötzlich von seinen Eltern mit der Nachricht überrascht: „Ab Morgen wirst du bei Aki Zuhause übernachten!

So unglücklich ist das für Aki aber gar nicht, doch sie kann sich mit dem Gedanken zunächst nicht anfreunden. Ärgerlich gibt sie sich mit der Situation ab und weiß gar nicht wie sie damit umgehen soll Kouta nun ständig bei sich im Haus zu haben. Eines Nachts stolpert Kouta ins Badezimmer und erwischt Aki beim Duschen und sieht sie in ihrer vollsten Pracht. Von ihrer Schönheit überwältigt begannen die Gefühle nun auch auf Koutas Seite zu erblühen…

Erstmal unterbewusst den Paarbecher bestellt. Passiert mir auch immer!

Beide sind sich dennoch nicht bewusst, ob dieses Gefühl füreinander Liebe sein soll, darum beschließen sie erst einmal vorläufig ein Paar zu werden und dann zu entscheiden. Erst danach wissen sie, ob sie ihre Gefühle nicht trügen.

Werden sie zueinanderfinden oder Kindheitsfreunde bleiben?

Meinung:

Aibeya hat eine ziemlich flache Prämisse, aber verspricht was der Titel sagt. Interessanterweise habe ich erst vor einigen Monaten ein anderes Spiel mit derselben Prämisse gespielt, nämlich Loca-Love (Review hier) und muss sagen, dass Aibeya von ein bisschen Drama profitiert hätte. Das Spiel ist im Grunde genommen ein Szenario mit einer einzigen Heroine und wie sie sich ihrem „Scheinfreund“ gegenüber mehr öffnet um sich ihm dann später völlig hinzugeben. Da es aber keine Entscheidungen oder abweichenden Handlungen gibt, ist die Progression sowie das Ende sehr vorhersehbar. Das ändert aber nichts daran, dass das Ende dennoch schön ist!

Charaktere:

Man hat versucht den Hauptcharakteren ein paar solide Eigenschaften zu geben, aber meiner Meinung nach sind sie zu flach. Alle anderen handelnden Nebencharaktere besitzen keine Sprites.

Kouta ist ein ambitionierter Fotograf und macht Bilder von allem Möglichen. Wie man im Laufe der Handlung herausfindet, schießt er am liebsten Bilder von Aki. Auch ist er ein verantwortungsvoller, humorvoller Freund, der Aki in den richtigen Zeitpunkten die passenden Komplimente geben kann, um sie komplett rot anlaufen zu lassen. Nachdem er Aki das erste Mal nackt sieht, probiert er immer mehr mit ihr aus und wird der aktive Partner in der Beziehung.

 

Aki hingegen ist von Anfang an super schüchtern und das lebt sie auch. Es gibt eigentlich keinen Moment in dem sie nicht wie eine Tomate rot anläuft, obgleich sie nun von Kouta oder ihren besten Schulfreunden geärgert wird. Sobald es um Kouta geht ist ihr alles peinlich und sie kann nicht mehr klar denken. Das führt dazu, dass sie auch mal ein paar peinliche Dinge äußert und sie sofort zurücknimmt oder mit dem typischen „もうー!!“ (Och Menno!) antwortet. In der Beziehung ist sie aber meistens die Passive.

Technisches:

Aibeya ist eine weitere Kinetic Novel und hat daher keine Möglichkeiten Entscheidungen zu treffen und den Lauf der Handlung zu beeinflussen. Es gibt auch innerhalb der Sexszenen keine Möglichkeit sein Ejakulat an eine andere Stelle zu lenken, als vorgesehen. Darüber hinaus gibt es ein Special CG Menü in dem man bis zu 6 verschiedene Sexszenen wiedererleben kann, 16 CG-Sets und einen spiel-internen Musikplayer mit 10 Tracks. Es ist möglich an jede Textbox im Spiel zu springen um eine Stelle nochmal neu zu lesen. Das Menü hat die üblichen Standardfunktionen.

 

Audiovisuelles:

Wir sprachen ja gerade von einem spiel-internen Musikplayer. Die 10 Tracks im Spiel untermalen die Stimmung gut und belaufen sich meist auf Piano oder Violinenklänge. Es sticht aber kein Track besonders heraus und jeder Track kommt auch innerhalb des Spiels häufiger vor. Aibeya besitzt kein Opening, dafür aber kein Ending. Der Song heißt 5 Centimeters (5センチ) und wird von Rin’ca und Duca performt. Der Song landete auch in meiner Playlist. Ich liebe Iyashi-kei 🙂

Visuell kann ich nicht meckern. Aki hat ein paar schöne, förmige Brüste und… Ach ihr meint die anderen Sachen?
Die UI des Spiels ist in hellen Brauntönen gehalten und symbolisch mit Katzenpfötchen verziert. Thematisch passt das mit dem Coverlogo des Spiels zusammen, hat aber innerhalb der Handlung gar keine Relevanz, wenn man von Akis Katzenhaarklammer absieht. Der Zeichenstil ist sehr gut und stimmt sowohl anatomisch, als auch perspektivisch genau mit meinen Präferenzen überein. Neben den Porträts gibt es auch ein paar Performanceszenen, wie eine Fahrradfahrt. Wir sehen aber hauptsächlich die Charaktere miteinander cute und erotische Dinge tun, und das wurde gut festgehalten.

Sie berührte seinen Chinpo während der Fahrt… (´・ω・`)

Aki trägt im Laufe der Handlung verschiedene Outfits von denen mir der Casual-Look beim Eis-Date am besten gefällt. Später trägt sie noch etwas wirklich wunderschönes, aber das möchte ich nicht vorwegnehmen.

H-Content:

Aibeya ist zum Großteil Vanille, aber das tut nichts zur Sache, denn das Spiel möchte ja eine harmlose Liebesgeschichte zweier Verliebter sein. Wir können in 7 H-Szenen Akis entblößten Körper bestaunen und obwohl sie die meiste Zeit passiv ist und von Kouta kommandiert wird, macht sie ihre Sache ganz gut. Gegen Ende der Handlung kriegen wir auch noch eine etwas gewagtere Szene in der uns Analsex mit Augenbinde präsentiert wird. Aki wehrt sich zunächst dagegen, da ihr das zu dreckig ist. Dennoch ist es ganz liebenswert herübergebracht, wie Kouta sie langsam dazu bringt ihm mehr zu vertrauen.

Akis Brüste sind natürlich ziemlich groß, genauer E-Cups. Also darf auch ein Paizuri nicht fehlen.

Gibt noch ein paar mehr von diesen Szenen 🙂

Fazit:

Für ein bisschen Stimmung zwischendurch ist Aibeya bestimmt nichts schlechtes und zeichentechnisch macht es schon viel her, aber die Story mit fehlenden Höhen und Tiefen hat mich gelangweilt. Es ist eindeutiges Wunscherfüllen, was mit einem Titel wie Aibeya angesprochen wird. Anhand der romantischen Situation, die in Japan herrscht ist es gewiss auch nicht verwerflich wieder mal Gedanken an ein erfülltes Liebesleben mit einer Kindheitsfreundin zu simulieren. Es hätte nur mehr sein können. Einzig und allein die Szene in der das Spiel kulminiert, finde ich absolut super und erhöhte mein vndb-Rating von „So-So“ auf „Decent“.

 

Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (23) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 100 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. よろしく~