Prison Princess – Review

Servus Leute, Hata hier,

Nach einer kleinen Abwesenheit heiße ich euch willkommen zu einem neuen Review. Beim Stöbern durch die Sales von Steam & Humble Bundle fiel mir ein Entwickler auf, der erst vor kurzem auf der Bildfläche erschien und mein Interesse weckte: Qureate. Qureate ist ein japanisches Studio, das seit Juli 2018 auf dem VN-Markt existiert und bisher vier Titel veröffentlicht hat. Das Motto, das auf ihrem Twitteraccount prangert, lautet:

It is the official account of the game brand „qureate“ that transmits „Moe“ to the world.

Im Laufe der nächsten Wochen, werde ich alle vier Titel von ihnen vorstellen. Der Kandidat heute ist deren drittes Spiel: Prison Princess. Prison Princess hatte seine Erstveröffentlichung auf der Nintendo Switch als Simultanveröffentlichung auf Japanisch, Englisch und Chinesisch am 30 Januar.2020 und wurde eine Woche später auf den PC nachgeschoben. Das Spiel ist trotz des aufreizenden Designs der beiden Prinzessinnen kein Erotikspiel sondern eine All-Ages Visual Novel mit Point-and-Click und Rätselelementen.

Obwohl das Spiel für Jugendliche freigegeben ist, ist das Spiel reich mit Innuendos gefüllt. Deshalb ist es überraschend, dass ein solches Spiel auf einer Nintendo Konsole wie der Switch erhältlich ist. Ich meckere aber nicht darüber, sondern freue mich über den Schritt in die richtige Richtung.

Story:

Prison Princess nimmt uns mit auf den Kontinenten Maygard, der von zwei Königreichen regiert wird. Frieden und Wohlstand, den die beiden Königreiche Aria Zaza und Zanji Zed brachten, dauerte zahlreiche Jahre an. Doch diese goldene Ära erlag der Übernahme des Dämonenkönigs, der das Land mit dem Höllenfeuer überzog. Wir schlüpfen in die Rolle des Helden, dessen Reise ein jähes Ende fand und wachen als Geist in einem uns unbekannten Verlies auf – gemeinsam mit der Prinzessin Zena von Zanji Zed. Nach ausgiebiger Quengelei, weil wir einen Blick auf ihre lasziven Höschen wagen, befreien wir sie und suchen einen Ausweg aus der Zelle. Als der Held das Rätsel von Zenas Verlies löst, vernimmt er eine wohlige Stimme – die Stimme der Prinzessin von Aria Zaza.

Können die drei dem tückischen Verlies und seinen Rätseln entkommen?

 

Charaktere:

Prison Princess hat drei Charaktere. Zwei Prinzessinnen mit diametralen Persönlichkeiten und uns als namenlosen, sarkastischen Helden. Der Held ist keine nähere Beschreibung wert.

Prinzessin Zena (VA: Uchimura Fumiko)

Sie ist die typische heißblütige Tsundere mit Muskeln statt Grips.

Sie wird öfters damit aufgezogen, dass sie die Wände mit bloßen Händen einschlagen könne und in der Schule nicht richtig aufgepasst hat.

Eigentlich mag sie den Protagonisten, aber hat Schwierigkeiten damit ihre Gefühle auszudrücken.

Prinzessin Aria (VA: Amatsuka Mao)

Aria hat eine leicht sadistische Ader und ist sehr belesen.

Sie nutzt ihren Verstand um Bücher und Runen zu entziffern und Hinweise auf magische Rätsel zu geben.

Beide Prinzessinnen haben gemeinsam, dass auf ihre eigene Weise Airheads vor dem Herrn sind.

Gameplay:

Eingeschalteter Diebessinn im Badezimmer

In Prison Princess manövrieren wir in bester Point-and-Click Manier durch das Verlies und klicken alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. Das Spiel lässt sich vollständig mit der Maus spielen, obwohl das Userinterface euch nur Controllerinput anzeigt. Unser körperloser Held streift gemeinsam mit beiden Prinzessinnen durch die fünf verschiedenen Räume des Verlieses und klickt sich durch Schubladen, Türen und löst allerlei Geheimnisse und Rätsel, die oftmals Backtracking oder bestimmte Bedingungen erfordern. Im Laufe der Handlung finden wir immer wieder rekurrierende Gegenstände, wie den Stab eines Zauberers oder Magiebücher. Der Twist der Spiels ist aber, dass wir nicht direkt mit den Dingen interagieren können, sondern eine Art passiver, denkender Beobachter sind, während wir die Prinzessinen durch das Verlies navigieren.

Manchmal ist die Lösung der Knobeleien offensichtlich, manchmal muss man aber auch seinen Kopf anstrengen und aus anderen Sichtwinkeln betrachten bzw. bestimmte Gegenstände im Inventar haben. Die von der Handlung losgelösten Rätsel erinnern ein wenig an die Professor Layton Reihe, sind aber keine Minispiele. Es ist stärkstens empfohlen alles anzuklicken, was einem merkwürdig oder einzigartig vorkommt und sorgfältig jeden Text zu lesen, da der häufig Hinweise auf die Lösung der Rätsel beinhaltet. All das liegt in der Natur jedes geübten Point-and-Click Spielers, also sollte das kein überraschender Gameplayaspekt sein. Manche Rätsel sind knifflig, da man Items auf bestimmte Events anwenden muss und die Zusammenhänge erst nach etwas Grübeln erkennbar sind. Wenn man aber ein Rätsel komplett gelöst hat, kann man es nicht mehr anklicken und sollte es ad acta legen. Bis Kapitel 3 ist das Spiel recht linear, doch dann öffnet es sich und man muss mehrmals jeden Raum besuchen um ihm jedes Geheimnis zu entlocken.

Auf der unteren Seite des Bildschirms haben wir links das Inventar mit allen gesammelten Hinweisen und Gegenständen, die sich verwenden lassen. In der oberen Ecke rechts befindet sich das Spielmenü in dem man Spielstände speichern, laden und die Optionen umstellen kann. Unten rechts befindet sich ein „Magie“ Button mit dem wir den „Spürsinn“ des Protagonisten bis zu zwölfmal anwenden können. Diese Fähigkeit zeigt uns dann alle anklickbaren Objekte in einem Raum für einen kurzen Zeitraum an.

Nach dem wir ein Rätsel aktiviert haben und alle benötigten Gegenstände im Inventar besitzen, betreten wir einen Bildschirm in denen die Charaktere eine aufreizende Pose einnehmen und wir nebst dieser versuchten Bezirzung unter Zeitdruck das Rätsel lösen sollen.

Tipps und Tricks:

  • Manche Rätsel lassen sich auf den ersten Blick nicht so einfach lösen. Oft ist ein anderer Blickwinkel auf die Situation gefragt.
  • Es ist hilfreich sich die Hinweise, die man im Inventar erhält, zu notieren, damit man nicht ständig durch das etwas unhandliche Inventar scrollen muss. Mit der Maus ist das ziemlich umständlich.
  • Der Diebessinn ist ein nützliches Feature, deshalb zögert nicht ihn zu benutzen.
  • Es ist verlockend die Damen zu belästigen, aber das versiebt euch die Chancen auf bestimmte Endings. Haltet euch also im Zaum!
  • Auf den ersten Blick lässt sich jedes Rätsel unendlich wiederholen, aber oftmaliges Versagen senkt die Zuneigungsleiste der jeweiligen Prinzessin.

Kritik und eigene Meinung:

Der erste Run dauerte fast 4 Stunden und es gibt noch 4 andere Enden zu entdecken.
Der erste Run dauerte fast 4 Stunden und es gibt noch 4 andere Enden zu entdecken.

Prison Princess lieferte mir rund 4 Stunden an Spielspaß, war aber hin und wieder auch mal frustrierend, da manche Zusammenhänge schwer erkennbar sind. Wie soll man darauf kommen, dass man einen kleinen Vogel mit Brot füttern muss, was als „möglicherweise vergiftet“ im Inventar hinterlegt wird. Dies ist eine von drei Stellen, an denen ich kurz hängenblieb, weil mir der Gedankengang nicht schlüssig war. Leider gefällt mir auch nicht, dass man manchmal etwas Zuneigung bei den Prinzessinnen verliert, selbst wenn man diese nicht belästigt. Bei komplizierten Rätseln wie dem Schachbrett, kann man schon 4 bis 5-mal daneben liegen. Die Zuneigungsleiste lässt sich auch nicht mit Gebrauchsgegenständen auffüllen, weshalb man beim ersten Durchspielen mit aller Wahrscheinlichkeit nur das „Normal Ending“ bekommt. Generell wird einem im Spiel wenig zu den Mechaniken gesagt und man muss viel herumprobieren. Aber das ist ja der Reiz eines Rätselspiels.

Mir gefiel gut, dass das Spiel sich selbst nicht zu ernst nahm. Die Dialoge zwischen den drei Charakteren sind teilweise echt spaßig zu lesen und besonders Arias scharfe Zunge gegenüber Zena ist manchmal echt amüsant Ein paar Mal brachten mich auch die Rätsel zum Schmunzeln, nebst Grübeln, da man sich belohnt fühlt, wenn man nach einigem Rumprobieren die Rätsel schafft. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man ein Kapitel beenden kann.

Synchronisation und Lokalisierung entspricht den Erwartungen. Ein paar Tippfehler hier und da, aber keine groben Fehler. Auch lässt sich das Spiel in 4 Sprachen einstellen: Englisch, Japanisch, Chinesisch (Mandarin) & Chinesisch (Traditionell).

H-Content:

Da das Spiel für die Konsole gemacht wurde, gibt in dem Spiel keinen expliziten Ecchi-Inhalt. Dennoch ist der Dialog gespickt mit Innuendos und Pantyshots noch und nöcher. Auf dem Spielbildschirm sehen wir meist einen gebückten Sprite, der sein Höschen entblößt, sodenn die Figur sich in Denkerpose zu einem Hinweis bückt. In den Puzzleszenen sehen wir die Mädels auch in aufreizenden, peinlichen Posen und leichte Ansätze von Ahegao (Orgasmus-Gesicht) ist zu sehen, wenn man die Mädchen unangemessen antippt.

Fazit:

Prison Princess konnte mich für die kurzen 4 Stunden Spielzeit gut unterhalten und zum Grübeln bringen. Manche Rätsel haben echt kluge Lösungen und andere sich wiederum nur mit Ausprobieren zu lösen. Die Story ist nicht der Rede wert, zumal es auch keine wirkliche Rahmenhandlung gibt. Wenn man die Muse besitzt das Spiel zu komplettieren sollte man auf rund 6 Stunden Spielzeit kommen. Alles in allem ein hübsches Spiel für Zwischendurch.

Prison Princess hier erwerben:
Switch
PC (Steam)

Autor: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (24) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 150 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. よろしく~