OELVN Review: Hikari! Clover Rescue

Heute kümmern wir um einen Titel, den ich vor ein paar Monaten mal so nebenbei gelesen hatte. Hin und wieder kümmere ich mich nämlich auch um Shovelware und Erstlingswerke von unabhängigen Entwicklern. Es handelt sich dabei um die OELVN (Original English Language Visual Novel) Hikari! Clover Rescue. Das Spiel wurde vom Developer Toffer Team am 22.Oktober veröffentlicht und ist eine kurze, kinetische Novel mit Pseudoentscheidungen, die man mal ausprobieren kann, aber nicht muss.

Wer dennoch interessiert ist, kann das Spiel auf SteamDenpasoftNutaku, or Itch.io und JAST für 4.99$ erwerben!
(Keine Vergünstigung mehr möglich!)

Synopsis:

Wir schlüpfen in die Rolle des Raumschiffpiloten Keigo. Eines Tages wird er von der heiteren Tsundere Kasumi entführt und darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Welt von der „Firma“ bedroht wird und er die Energie verschiedener Schärpen, die von bestimmten hübschen Mädchen getragen werden braucht und in sich aufnehmen muss. Er und die Mädchen, die er finden muss, tragen Kleeblattschärpen verschiedener Elementzugehörigkeit, die der Schlüssel zur Rettung der Welt sind. Doch wie erhält er deren Kräfte? Richtig, er muss sie ordentlich durchnehmen…

Charaktere:

Der Cast besteht aus ein paar wandelnden Klischees, mit wenig Persönlichkeit. Kasumi ist eine lebhafte Tsundere und regt sich gerne mal über Keigos Perversion auf, Urara ist eine weißhaarige Gyaru mit unpassender Stimme, die als Unterwäschemodel arbeitet. Als nächstes haben wir Akane, eine lodernde Flamme im Bett. Zuletzt Shizuka, die reiche Tochter einer wohlhabenden Familie. Es gibt ein paar kleine Quirks, die im Spiel immer mal wieder angemerkt werden, so ist beispielsweise Kasumi eine Cuckquean.

Die Antagonistin des Spiels ist Elizabeth, eine heiß aussehende, dominante Dame aus Russland.

Eindruck:

Das Spiel glänzt an keiner Ecke und das Pacing ist schlecht. Es wäre untertrieben zu sagen, dass man sich in Lichtgeschwindigkeit durch den Plot bewegt. Man kommt, je nach Lesegeschwindigkeit auf eine oder zwei Stunden Spielzeit. Schlimm daran ist, dass das Spiel einem vorgaukelt, dass Entscheidungen eine Rolle spielen, doch ich habe den Developer gefragt. Die Entscheidungen haben keinerlei Auswirkung auf den späteren Verlauf oder das Ende des Spiels.

Visuell lässt sich einiges kritisieren, aber aufgrund des Mangels an Möglichkeiten muss man Hikari! Rescue Clover mit zweierlei Maß messen. Es ist problematisch und nicht wirklich aussagekräftig, wenn man ein Spiel wie dieses mit VNs vergleicht, hinter denen ein ganzes Team steht. Es ist immer noch ein Indieprojekt von Frischfleisch auf dem übersaturierten Indiemarkt und deshalb sollte man nicht allzu kritisch damit umgehen. Das Spiel sieht okay aus und die Hintergründe sind recht detailreich. Ich sehe Ähnlichkeiten zu SekaiProjects Shining Song Starnova!

Musikalisch ist auch nicht viel zu holen. 3 verschiedene Musikstücke. Die Charaktere sind nicht synchronisiert, aber sie haben manchmal die ein oder andere Soundfile wie „Baka!“ oder „Iwanaide yo!“ …aber das ist nichts Weltbewegendes.

Leider sieht das Interface nicht viel besser aus. Die Schriftart ist viel zu groß und die Textbox ist nahezu transparent, was den Text auf diversen Hintergründen schwierig zu lesen macht. Leider gibt es auch keinerlei Möglichkeiten um die Optionen des Spiels anzupassen, da schlichtweg kein Optionsmenü existiert.

Kritik:

Jetzt kommen wir zu den Punkten, bei denen man harsch Kritik üben muss. Die Typographie in dem Spiel ist unter aller Sau. Erinnert mich an die erfolglosen Übersetzungsversuche von indischen Freelanceragenturen, die es nicht mal auf die Reihe bekommen ordentlich Satzendungszeichen, oder auch im Volksmund Punkte genannt, zu setzen. Fast jeder Satz endet entweder ohne Punkt oder mit einer Ellipse. Die Textboxen sind auch nicht konsistent gefüllt, mal hat man Einzeiler und kurze und prägnante Phrasen, und dann hat man Infotextzeilen, bei denen der Writer versucht mit Prosa zu glänzen und kläglich scheitert. Wenn die Mädchen aus ihre flachen Anekdoten erzählen, dann kommt auch gerne mal ein Vierzeiler mit Story, weil es Platz spart?

Aber trotzdem hat das Spiel ein paar kleine Quirks, die mal einen kleinen Lacher hervorbringen können. Beispielsweise macht es sich über das Klischee lustig, dass gewisse Farben immer für bestimmte Elemente stehen. Auch die Tsundere-Cuckquean oder die dominierte Domina kann ganz amüsant sein.

H-Content:

Der H-Content in dem Spiel beläuft sich auf exakt 8 Szenen mit dickbrüstigem Weibsbild. Diese schwanken zwischen ganz heiß und antiproportionalem Mist, der einen zum Lachen bringt, statt zum Fappieren. Den Fetischen wird sich oberflächlich bedient. Wenn die Mädchen zum Höhepunkt gelangen, dann verfallen sie in den besessenen Memefetischzustand. (auch Ahegao genannt). Die Szenen gehen aber über das einfache Vanillaspektrum heraus. Entscheidungsmöglichkeiten wie „in den Mund/auf ihr Gesicht ejakulieren“ kommen nach jeder Szene. Tofferteam hat es sich jedoch geleistet den Spieler mit dem finalen CG im Spiel so gut es geht zu belohnen.

Fazit:

Das Spiel hat einige Schwachstellen und schlimme Schwierigkeiten, die es nicht empfehlenswert machen. Selbst wenn man über die textlichen und visuellen Schwierigkeiten des Spiels hinwegsähe, oder sie gar updated oder verbessert werden, dann bleibt das Skript immer noch schlecht. Hi- und da zeigt Hikari! Rescue Clover ein paar Ansätze aber ist wie man es von einem Erstlingswerk erwarten kann. Shovelware, die sich mit YumeCreations oder Rosa Canina einen Platz teilen in billigen Steam Bundles teilen kann.

Ich wünsche Toffer Team dennoch viel Erfolg für ihre nächste Produktion. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Screenshots:

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Verbesserungsvorschläge:

  • Man sollte den Charakteren mehr Zeit zur eigenen Entwicklung lassen und mithilfe von Subevents zumindest versuchen glaubhaft zu machen, dass die Charakter zu Keigo oder auch untereinander Bindungen eingehen wollen. Gerade, wenn es um Sex geht.
  • Mehr Varietät in den Sexszenen und auch Kampfszenen, Actionsequenzen mit CGs versehen
  • Mehr Quality Control machen, vielleicht englische Muttersprachler beauftragen
  • Die Szenen mehr mit den Bildern synchronisieren, oft ist die Diskrepanz zwischen beidem zu offensichtlich und nimmt einen aus der Immersion

vndb

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Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (23) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 80 Visual Novels gespielt. Ich bin einer der drei Admins dieser Seite und bringe euch News, Reviews und kümmere mich um die Struktur.' よろしく~