NSFW Spezialbeitrag zum Muttertag: Die Anziehungskraft der Mutter in Eroge

Eigentlich war für heute geplant, dass wir uns die vor kurzem auf Steam erschienenen „SWEET MILF“ Games anschauen, doch dann kam mir eine andere Idee für eine persönliche Kolumne: Wie wäre es wenn wir uns mal auf einer Metaebene damit beschäftigen warum der Fetisch der „MILF“, kurz für „Mother I’d like to fuck“ existiert. Ich erinnere mich vor Jahren mal dazu einen wissenschaftlichen Artikel gelesen zu haben und seitdem hat mich die Frage immer wieder beschäftigt wenn irgendein armer Irrer auf unserem Discordserver laut herumposaunte, dass er MILF-Spiele liebt. Diese Person ist aber mit ihrem Kink nicht alleine, denn wenn man einen Blick auf die Statistiken wirft kann man verfolgen, dass der Begriff seit seiner Popularisierung durch die Komödie „American Pie“ (danke Stiftler’s Mom) weitaus mehr gesucht wird.

Eine Milf ist eine zwischen 30 und 50-Jahre junge Frau, im Pornogeschäft fangen viele der als Milf-gelabelten Schaustellerinnen aber ab 25 an. Alles darunter lässt sich als Teen/Bachelorette einstufen und darüber als Gilf (Granny I like to fuck). Das männliche Äquivalent zur Milf ist ein Dilf (Daddy I like to fuck). Alle diese sind Kategorien des übergeordneten AgePlay.

Zum Anlass des Tages:

Der 10.Mai oder auch Muttertag genannt, ist ein internationaler Feiertag an dem man eigentlich der Rolle der Mutter in der Gesellschaft gedenken sollte. Sei es mit Pralinen oder einem Wellnessurlaub. Irgendwie soll man der Mutter an diesem Tag gutes Tun. Im Pornobusiness und somit auch in Eroge wird die Mutter oft fetischisiert und dieses Konzept der Mutterliebe ad absurdum geführt. Meistens ist der Milf-Porno Teil der Inzestdarstellung (wenn auch glücklicherweise im offiziellen Porno hauptsächlich als Step- zu finden). In diesem kurzen Artikel werden wir ein paar Schlüsselpunkte herausheben, die die Mutter im sexuellen Kontext attraktiv machen und diese bewerten. Danach gehen wir auf die Darstellung von MILF-Charakteren in Eroge ein und belegen das mit Beispielen.

1. Was macht einen Milf-Charakter so attraktiv?

Resexualisierung nach der Geburt:

Wenn man sich nicht gerade im Hentai-Milieu aufhält, ist es äußerst unattraktiv mit einer schwangeren Frau Sex zu haben. Auch nach der Geburt d.h. wenn man eine Mutter wird fiel man normalerweise aus dem Raster und wurde desexualisiert. Eine Frau mit Kind war einfach nicht mehr attraktiv genug und hatte zu viele Merkmale, die nicht in das saubere Bild der jungen Dame passten. Hier schaffte die Milf dann ein neues Attraktivitätsmuster.

Geborgenheit und Support:

Als erstes fällt einem ein, dass die Milf als Archetyp offensichtlich eine Mutter sein muss. Dadurch bringt sie automatisch matriarchalische Werte mit sich. Sie kümmert sich um die Kinder, macht die Hausarbeit, bereitet großartiges Essen zu und macht das generelle Leben in der gestressten Familie einfacher. Dadurch, dass jeder Mensch den Einfluss und die Wichtigkeit einer Mutter nachvollziehen kann, wird sie zu einer der am festesten verankerten Personen im eigenen Leben. Natürlich gibt es auch Leute, die schlechte Verhältnisse mit ihren Eltern haben, aber im Optimalfall ist die Mutter eine Quelle der Wärme, Geborgenheit und bietet Schutz in der Not. Natürlich ist eine solch platonische Beziehung der Mutter gegenüber nichts besonderes, aber in Eroge wandelt sich diese Geborgenheit schnell in sexuelle Anziehung, begünstigt aus der Nähe zu den Brüsten und anderen sexuell ausgeprägten Merkmalen.

Im Hentai entstehen oft sexuelle Szenen mit Müttern aus der „Erziehungsperspektive“ heraus. Es werden unrealistische Situationen wie, dass die Mutter direkt zur sexuellen Ausbildung beiträgt, gesponnen oder aus Sorge um die Gesundheit des Sohns die Vorhautverengung am Geschlechtsteil entfernt. Unter solch fadenscheinigen Szenarios beginnt diese Situation dann zu eskalieren und man steckt dann schneller drin, als man sich bewusst ist. (Kein Witz intendiert.)

Körperliche Merkmale:

Es gibt keine Idealdarstellung der Milf, aber es hat sich schnellstens ein Standardimage etabliert. Die Dame sollte im Alter zwischen 30 und 50 sein, leichte Anzeichen von Gesichtsfalten aufweisen, große Brüste, Hüften und Schenkel (jap. Three-size) besitzen. Schmuck und Colliers sind auch im Repertoire der Milf. (Hier ein ganzes Milf 101). Im Endeffekt darf sie nicht zu zierlich wirken, aber auch nicht zu plump sein. Das steckt sie in eine eigene Rubrik, die aber in ein kollektives Bild münden soll – Die Dame muss danach aussehen, dass sie schon einmal durch Kindeserziehung und Ehe gegangen ist. Mit diesem Prinzip gehen andere Fetische einher wie beispielsweise, dass die Mutter Milch geben und sich an den Brüsten nuckeln lassen soll. Das geht dann schon ins merkwürdige Ageplay hinein und kann auch unliebliche Maße annehmen. (Daddy-Little Girl/Mommy-Little Boy)

Psychologische Mutmaßungen (nach Sigmund Freud):

Sigmund Freud, der Vater der Psychotherapie, hatte seine eigenen Theorien über die Anziehung zu Elternteil und speziell der Mutter. Seine Ausführungen in komplexen Begriffen darzustellen ist aber nicht Ziel dieses Artikels. Heruntergebrochen sagt er:

„The child seeks to connect sexually with the opposite-sex parent—so the male child [seeks to connect] with the mother. What prevents us from seeking the mother is the fear of castration by the father. The [MILF] fantasy could be looked at, in a way, as conquering the castration anxiety—saying, ‚I’m really going for the mother figure.'“ (Zitiert von P.Kanaris)

Um diesen Satz zu verstehen muss man sich aber erst mit den Theorien Freuds beschäftigen, da die Bedeutungen der Worte Kastration, Todestrieb oder Mutterfigur in seinem Kosmos andere Bedeutungen haben, als im alltäglichen Sprachgebrauch. Es ist also nur wichtig zu begreifen, dass wir inhärent schon auf Mütter stehen, durch dieses gesellschaftliche Tabu aber nicht in der Lage sind diesen Trieb reell auszuleben (Was auch gut ist, denn Fantasie sollte Fantasie bleiben.)

Tabubruch:

Der springende Punkt, warum nicht jeder Mensch mit seiner Mutter kopulieren sollte, ist logisch. Inzest ist ein körperliches und moralisches Tabu und wird auch in den meisten entwickelten Ländern gesetzlich geahndet. Aus dem simplen Grund, dass man gerne Verbote bricht, macht das die Milf schon attraktiver für den ein oder anderen. Eigentlich ist das Tabu sehr sexistisch, sagt der Sexualtherapeut P.Kanaris. Es kommen oft Leute zu ihm, die sich ihre Fetisches bewusst sind und sich dafür schämen. Die Mutterfigur als solches ruft suspekte Verknüpfungen zur Inzestfantasie auf, die man öffentlich natürlich nicht preisgeben kann. Dafür steigt der private Pornokonsum und die folgende Desensitivierung umso mehr.

Ehre:

In vielen Kulturen ist die Mutter verehrt als eine der wichtigsten Personen im Leben. Manche Länder sind sogar matriarchalisch eingestellt und die Mutter hat das sagen. In der Bibel steht geschrieben: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ (5.Gebot A.T). Manche Pornos spinnen diese „Ehrerbietigkeit“ dann in Besitznahme um a.k.a.: „Niemand darf meine eigene Mutter haben außer mir.“

Erfahrung:

Zu guter Letzt möchte ich noch die Erfahrung erwähnen. Damit meine ich nicht die Erfahrung der Geburt oder der Ehe sondern eher eine charakterliche Erfahrung. Die ideale Mutter besitzt durch langjährige Erfahrung mit Sex und Familie ein gefestigtes Selbstvertrauen und weiß mit neuen Situationen umzugehen. Singlemütter kennt man eigentlich als sexuell sehr proaktiv und „wissen, was sie wollen.“ Sie ist generell ein reifer Mensch und weiß, wie schön Sex sein kann. Ältere Frauen, auch Mütter, die sexuell fast schon ein aggressives Verhalten an den Tag legen, bezeichnet man als Cougar und werden als attraktiv gesehen.

2. Die Darstellung der Milf im Porno und Eroge.

Hier haben wir eine typische Milf aus den Staaten. Die Darstellerin hier heißt Brandy Love und performt hier für Marks Hand Jobbers and Head Bobbers, ein Format für Edging Blowjobs und Milf-Porno. Man sieht, dass sie ein offenes Top trägt, das die runden Silikontitten betont. Sie trägt ein Kettchen und generell Schmuck um den Hals um zu zeigen, dass sie Wohlstand hat und der Ring drückt ihren Status als verheiratete Frau aus.
Dies ist ein Frame aus Fukou na Kaa-san to Shiawase Love Love Seikatsu. Neben dem Makeup im Gesicht mit rotem Lippenstift gibt es andere Kleinigkeiten, die sich ähneln. Man sieht hier ein ähnliches Top wie oben, was aber nicht so weit geschnitten ist, dass es die Brüste zeigt. Dafür sind die Brüste hier so sehr hervorstehend, dass man die Form klar ausmachen kann. Man sieht hier keinen Ehering, aber es ist wahrscheinlich dass sie einen trägt.
Rechts sehen wir Kawakami Yuu. Eine berühmte MILF aus dem japanischen Adult Video Business. Das Cover von 夕願妻 zeigt sie mit einer hinten ganz offenen Schürze, im berühmten“Naked Apron“ Look. In Japan ein sehr berühmtes Design für eine Mutter. Das Outfit sieht man eigentlich überall in JAVs. Aus diesem Design entstand auch der Virgin-Killer Fad.
Links sehen wir nicht den Naked Apron Look, aber dafür immernoch die stereotypische Schürze. Erinnert auch etwas an den Look einer Maid. Schaut euch das fürsorgliche Lächeln an. (Quelle: Bokan ~Kaa-san no Naka wa Dare no Mono?~)

Fazit

Das Prinzip der MILF ist nachvollziehbar und es gibt viele Schlagpunkte, die es attraktiv machen sie zu diesen Damen hingezogen zu fühlen. Es gibt natürlich auch noch andere Faktoren, wie das Besitzergreifen wollen einer vergebenen Frau, die meist eine Mutter oder Ehefrau ist. Das ist aber Material für Beitrag, der mehr mit NTR zu tun hat. Ob man die Mutterfigur jetzt mit einem sexuellen Blick betrachtet oder als platonische Familienliebe ändert nichts daran, dass wir Müttern den notwendigen Respekt entgegenbringen sollten. Und da eignet sich nicht nur der Muttertag für, sondern eigentlich jeder Tag. Unsere Mütter sind toll.

Autor: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (24) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 170 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. Ich hab meine Finger überall drin ;) よろしく~