Kurzreview: A Kiss for the Petals – Remembering How We Met

Manchmal bleibt man mit seinem Geschmack nicht wirklich im selben Bereich, sondern schlägt auch mal darüber hinaus. Normalerweise haben die meisten Spiele, die sich in meiner Steam-Bibliothek ansammeln Heterobeziehungen, doch an anderen Tagen kaufe ich mir auch einmal etwas aus dem LGBT-Bereich. Man kann jetzt natürlich argumentieren, ob LGBT auch Yuri beinhaltet, aber dies ist nicht die Aufgabe unserer Seite. Bei dem Spiel, was ich euch heute nahelege, handelt es sich um A Kiss for the Petals – „Sono Hanabira ni Kuchizuke o“ kurz SonoHana und ist von einer japanischen Doujingruppe namens „Fuguriya“ auf den Markt gebracht worden. Das Spiel hat ziemlich hübsche und süße Artworks und liebenswerte Romanze, doch konnte für eine lange Zeit nur über Patches hier im Westen gespielt werden, bis MangaGamer den 18. Teil der Serie als „A Kiss for the Petals – Remembering How We Met“ zu uns herüberbrachte und auf Steam/MangaGamer zum Verkauf anbot.

Das Spiel ist ein Yuri-Titel: Das bedeutet, dass es um lesbische Beziehungen geht. Ein Markt, der in Japan weitaus größer als bei uns, obwohl hier auch mit LGBT-Titeln seit neuestem wirklich kräftig die Werbetrommel gerührt wird. (itchi.o) Die Serie resultiert natürlich auch in etwaige, sexuelle Begegnungen der handelnden Mädchen und ist somit Eroge. Der Titel den ich aber heute reviewe gehört zu den wenigen All-Ages Teilen. Andere werden aber noch folgen, sind dann aber nicht übersetzt oder nur Fan-patched.

(Eine große Übersicht über die Reihe wird in einem baldigen Post mal erfolgen.)

Synopsis:

Die Story folgt den Geschehnissen eines vorhergehenden Titels „A Kiss For The Petals – Snowwhite’s Knight“ und findet im Herbst des neuen Schuljahres statt. Als Risa merkt, dass diese Jahreszeit sie an ihren ersten Tag erinnert, an dem sie ihre zukünftige, feste Freundin Miya traf. Obwohl sie zum jetzigen Zeitpunkt schon ein erfülltes und leidenschaftliches Leben im gemeinsamen Apartment führen, gab es damals eine Zeit bei der sie sich noch nicht nahe standen und geradezu ständig am Streiten waren. Wir erfahren die Geschichte nur aus Risas Sicht wie sie ständig versucht Miya dazu zu bringen ernsthaft die Schule zu besuchen und sich um den Unterricht zu kümmern anstatt nur verträumt im Garten der Schule zu sitzen. Diese Geschichte lässt uns auch am Anfang ihrer innigen Beziehung teilhaben.

An diesen schönen Tag, an dem die Kirschblüten im Wind tanzten, hatte Risa ihre erste unvergessliche Begegnung mit Miya.

Meinung:

Natürlich kann man sagen, dass das Spiel als typischer Yuri-Bait fungiert, doch eigentlich kann man nicht sagen, dass die Reihe an sich schlecht ist. Für das was sie versucht zu sein, gibt sie sich wirklich Mühe die Charaktere authentisch darzustellen. Risa und Miya passen anfangs so gar nicht zusammen und wenngleich ich nicht glaube, dass sie sich hassen, ist da definitiv eine Art Distanz zwischen ihnen, die aber von Miya selbst ausgeht, da sie sich von dem Rest der Klasse wegisoliert. Die beiden Mädchen sind jetzt nicht polare Gegensätze, wie man es oft in Yuri-Novels erwartet, (Flowers-Reihe) sondern sind beide gleich beliebt in ihrer Klasse. Risa ist die typische Klassensprecherin und während Miya kein Amt innehat, ist sie eine der schlausten Köpfe ihres Jahrgangs. Beide haben eine Persönlichkeit, bei der sie zu beliebten Ikonen der Stufe werden und werden weder gemobbt, noch haben in einer anderen Weise Probleme mit ihren Mitschülern. Dadurch, dass sie so frei sind, haben sie trotz der strikten Regeln japanischer Schulen viel Freiraum, und so besucht Miya den Unterricht nicht allzu häufig. Als dies Risa auffällt, beginnt sie sich Sorgen zu machen und aus dem einfachen Besorgnis entwickeln sich langsam Gefühle zu Miya, da sie eine mysteriöse Atmosphäre umgibt und Risa sie nicht so einfach aus dem Kopf kriegen kann. Dies kann man auch nur allzu gut beobachten im Verlauf des Spiels, da Risa immer wieder innere Monologe hat, in denen sie ihre eigenen Gefühle zu verdrängen versucht. Beide Seiten sind sehr verwirrt, seitens ihrer Gefühle zueinander und obwohl, wir durch die Position des Spiels in der Chronologie der Reihe schon gespoilert werden, dass eine Romanze daraus entsteht, ist man dennoch sehr angetan davon weiterzulesen, wie es überhaupt dazu kommt. Durch diese Verwirrung und, obwohl wir nicht aus Miyus Sicht auf die Situation blicken, wissen wir dennoch, dass sich in ihrem Herzen auch etwas tut. Außerdem dreht sich zwar alles um die Romanze der beiden, aber man wird nicht von Fanservice á la Sakura Serie erschlagen, man kann hin und wieder mal ein Höschen sehen, aber das wars auch. Der Fokus liegt aber auch nicht auf Sexappeal, sondern auf dem Moe-typischen „awwww~“ Moment, wenn die süßen Zeichnungen und CGs aufpoppen. Das Spiel ist vollständig synchronisiert und auch wenn es nicht allzu viele Charaktere gibt, lässt die Synchro nicht wirklich zu wünschen übrig. Ich denke aber auch, dass das Spiel für Leute, die selbst lesbische Neigungen haben weitaus relatierbarer wäre, als es jetzt für mich ist.

Negatives:

Natürlich gibt es auch ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, wobei diese nicht bei dem Spiel selbst, sondern eher am Publisher liegen. Zuallererst mal ist es sehr offensichtlich, dass man das Spiel nur hierher gebracht hat, damit man einen All-Ages Titel zu einem niedrigen Preis auf Steam bringen konnte. Warum da aber der 18. Teil der Serie genommen wurde ist für mich ein Rätsel. Wäre es nicht sinnvoller gewesen dabei chronologisch vorzugehen? Dazu kommt noch, dass die Charaktere ziemlich klischeemässig in den Tsundere und Kuudere-Typen hineinfallen. Dies ist nicht perse schlecht, aber zeigt nur wieder, dass in Kontrast zu gutem Storytelling oft Klischeecharaktere stehen. Das kann man sowohl in Anime, als auch in Spielen herzhaft beobachten und sich nur immer wieder fragen, warum man nicht begreift, dass man diese flachen Stereotypen schon hundertmal recycled hat und es langsam einfach reicht. Aber da wird ja eine „If it’s not broken, don’t fix it“ Mentalität an den Tag gelegt. Die Charaktere sind leider uninteressant an sich, obwohl die Romanze wie erwartet herzerwärmend ist. Dies gibt jedoch einen negativen Beigeschmack zusammen mit der geringen Spielzeit und der geringen Varietät, und dem doch etwas anmaßend hohen Preis von 7.99€ für 2-3 Stunden effektive Spielzeit.

Fazit:

Für das was es sein will ist SonoHana – Remembering How We Met ein sehr süßer Titel, der alles erfüllt, was man für einen schönen Leseabend mit einer romantischen und herzerwärmenden Geschichte sein will. Auch wenn er nichts besonders ist, würde ich es als kleinen Happen für zwischendurch empfehlen, als Leseprobe, um jemanden in das Visual Novel Genre zu leiten. Der Hauptgrund ist es ja zu sehen, wie in zwei liebenswerten Mädchen, die Knospe der Liebe erblüht.

Rating: 6/10

Buy A Kiss For The Petals – Remembering How We Met

Quellen: Steam, MangaGamer, Yurireviews, vndb

Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (22) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die ~60 Visual Novels gespielt. Ich bin einer der drei Admins dieser Seite und bringe euch News, Reviews und kümmere mich um die Struktur.' よろしく~