Hata mal getestet: Dead Days – Trialversion (NSFW)

Nachdem ich in letzter Zeit kaum VNs aktiv konsumieren konnte, dachte ich mir es ist wieder an der Zeit in das Thema hereinzukommen. Wie ginge das besser, als mit Trialversionen? So lud ich mir von der Clock Up Webseite die Trialversion ihres neuen Ablegers „Dead Days“ herunter und werde sie euch nun vorstellen.

Woran denkt man als erstes, wenn man einen solch plakativen Titel wie „Dead Days“ hört? Ich persönlich hatte eine Zombieapokalypse oder ein Survival-Game erwartet. Letzteres ist es auch, nur nicht in der Variante in der ich es gerne hätte. Das Spiel ist für den Release am Ende des Juni geplant, aber die Trial konnte mich bisher nicht überzeugen.

Trailer:

Synopsis:

In Dead Days wachen wir gemeinsam mit ein paar zwielichtigen Gestalten in einem Industriecontainer auf. Ihres Schicksals ungewiss lernen sich die Charaktere kennen und finden heraus, dass sie alle eigentlich schon tot sein sollten. Darunter wäre Teru selbst, der nach einem fehlgeschlagenen Überfall auf eine Pachinkohalle von den Yakuza zu Tode geprügelt wurde, eine Gyaru namens Mitsumine Aira, die aus einem fahrenden Auto fiel, die gut bestückte Mutter Mira Manami und ein Krimineller ohne Namen und Herkunft, der den anderen zuerst als sehr verdächtig erscheint. Sie alle sollen Teil eines Spiels auf Leben und Tod werden und bevor sie sich bewusst sind, was sie eigentlich tun müssen, zählt auch schon ein Countdown die letzten Minuten ihres Lebens herunter…

Handlung der Trial:

Die Handlung, die uns in der Trialversion präsentiert wird ist sehr einfach gestrickt. Die Charaktere sind im wahren Leben gestorben und wurden durch eine mysteriöse „Organisation“ wiederbelebt. Der Haken an der Sache ist, dass ihre verbleibende Lebenszeit in dieser Kluft zwischen Leben und Tod wie eine Batterie aufgeladen werden kann, indem sie andere Menschen, die von den Geistern der Toten besessen sind, ermorden. Ein Mord reicht um 2 Wochen am Leben zu bleiben. Dazu werden ihnen Waffen wie ein goldener Baseballschläger, ein Cuttermesser oder eine Eisenstange zur Verfügung gestellt um die Gräueltaten zu begehen. All diese Umstände werden ihnen über eine SNS-App erklärt und die Befehle kommen von einem unbekannten Administrator.

Das Spiel gewährt uns zunächst einen Einblick in das Ableben von Kuresaka Teru. Er ist ein unscheinbarer Schüler, der eines Tages von seinem Senpai, dem aggressiven Eita, auf das Schuldach gerufen wird. Dort wird ihm erstmal in typischer Manie einer japanischen Hochschule das Gesicht eingetreten und Eita zwingt Teru innerhalb eines Tages 100.000 Yen zu besorgen, damit er ihn nicht mehr zusammenschlägt. Das ist natürlich eine Summe, die unmöglich für Teru zu stemmen ist, also gibt Eita ihm die Aufgabe einen Pachinko-Parlor in Kabukichô zu überfallen. Für diesen Überfall gibt er ihm eine „Spielzeugpistole“, die sich aber als echt herausstellt. Dadurch wird Teru von den Yakuza für seinen Anschlag zur Rechenschaft gezogen und gefoltert.

Ganz benommen kriegt er noch mit, dass Eita der Sohn des zweiten Yakuzabosses der Gruppe ist, die ihn gerade foltern und kurz darauf wird sein Hirn schon durch einen kristallenen Aschenbecher in alle Ecken des Raumes verteilt sein. So starb Teru.

Kurz darauf erhalten die Charaktere eine unbekannte Nachricht, in der sie aufgefordert werden böse Geister (亡霊) zu jagen und zu töten, damit ihnen ihre Wiederbelebung weiterhin gewährt wird. Doch hat ihr Zustand einen unerwarteten Nebeneffekt: Sie werden von einem starken Sexualdrang überwältigt, wann immer sie einen Mord begehen.

Ein Schreckgespenst D:

Eindruck:

Ich bin nicht überzeugt. In Clock Up Spielen geht es oft um die innere Psyche und in diesem Spiel merke ich davon noch absolut gar nichts. Weder hat Teru irgendwelche interessanten Monologe, noch benehmen sich die Charaktere mehr als eindimensional. Ich persönlich stehe auf gut umgesetzte Death Games: Euphoria, Fatal Twelve, BTOOOM! oder auch Mirai Nikki stehen da zur Referenz. In diesem Spiel gibt es bisher keinem Grund anzustreben, dass die Charaktere überleben. Ihnen wird vorgeschlagen, dass sie sich auch gegenseitig ermorden können, wenn sie keinen Mord an einem Unschuldigen begehen wollen und ehrlich wünsche ich mir, dass es zumindest in diese Richtung geht. Bisher ermorden ein paar No-Names andere No-Names und es tangiert mich nicht im Geringsten. Ist mein moralischer Kompass kaputt?

Nachdem die Orgie endet, schwenkt die Kamera zu einem noch nicht eingeführten Charakter auf einem Motorrad. Eine Agentin namens „Gipsy-Q“ Schlussendlich setzt das Intro des Spiels ein, das ein, zwei interessant aussehende Charakter vorweisen kann. Danach werden wir noch mit zwei H-Szenen vergnügt bei denen wir zwischen Aira und Minami wählen können.

Technisches:

Die Visual Novel ist von Clock Up, also gibt es enginetechnisch keine Bugs oder Schwächen. Es sticht aber auch gleichzeitig nichts heraus, kein Gameplay oder interessantes Design. Im Übrigen kehrt die „Goreless“ Funktion wieder zurück. Hier ein Vergleich:


Staff:

Das Szenario wurde von Kurashiki Tatsuya, dem Szenariowriter von Maggot Baits, Nemurenu und sogar Sora no Baroque geschrieben. Assistierend ist Ozawa Hiroki, ein Nukige-Autor. Directet wurde das Spiel vom Euphoria Director Akutsu Ryou.

(Bei solchen Leuten erhoffe ich mir, dass das Spiel noch besser wird…)

Audiovisuelles:

Interessanterweise sind hier dieselben Leute zugange, die schon an Maggot Baits und Nemurenu Hitsuji to Kodoku na Ookami ~A Tale of Love and Cutthroat~ gearbeitet hatten. So stammen die Zeichnungen von Norizane, dem Zeichner von Natsu no Kusari und Monsterdesign von Maggot Baits. Das Monsterdesign hier ist aber von Itou Konpei, ein unbeschriebenes Blatt in der Erogeszene. In der Trial konnte man noch kein Monster, bis auf den „Geist“ oben, bewundern, deshalb kann ich darüber keine Aussage treffen.

Opening ~LiaR-LiaR~ ist von der Band Mr. FanTastiC. Es ist noch besonders zu erwähnen, dass der Hauptprotagonist Teru eine Stimme besitzt.

Fazit:

Trotz demselben Team, der schon die anderen berühmten Clock Up Spiele gemacht hat, konnte die Trial mich nicht überzeugen. Die Charaktere sind mir egal, deren Schicksale genauso. Die Handlung ist oberflächlich und langweilig und mit dem Sexualdrang haben sie den Grundstein für ein schreckliches Nukige gelegt. Jeder weiß, dass Sexszenen in einer Story-VN nur zum Gesamtbild beitragen, wenn sie mit der Handlung zu tun haben. Bisher war ich eher gelangweilt und bin mir unsicher, ob ich das Spiel gegen Ende des Monats weiterspielen werde oder mich an den alten und etablierten Clock Up Spielen erst einmal labe.

Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (23) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die 100 Visual Novels gespielt. Ich werde euch regelmäßig mit News und Reviews versorgen. よろしく~