Hata mal getestet… DareSora – Tears for an Unknown Sky [Volume.1]

Ich habe mich vor kurzem an die Demo von DareSora rangewagt, ursprünglich von ANAGRAM und veröffentlicht auf Steam durch Sol Press USA am 14. September.2018. Bei dem Spiel handelt es sich vom Genre her um ein Visual Novel was man in die Sparte Psychological/Mystery stopfen könnte. Die Besonderheit des Titels ist, dass er von Sol Press episodisch veröffentlicht wird. Der Preis für den Titel liegt bei 2.99$. Spielzeit beträgt rund eine Stunde und es lässt sich sowohl auf Englisch als auch Japanisch spielen. Weitere Teile folgen bald, sind aber noch fest nicht angekündigt.

Der Fakt, dass Sol Press dieses Spiel episodisch releast hat, ist leider bei der Community auf große Missgunst gestoßen, denn wer möchte denn Geld für eine Demo ausgeben. Trotz dieser Aussagen, die auf Discord und diversen Internetforen kursierten, hab ich mich aber trotzdem mal an dieses Spiel gesetzt und ich kann sagen, dass das Spiel weder schlecht noch vorhersehbar ist. Dies könnte daran liegen, dass ANAGRAM eine Doujin-Gruppe ist, die sich aus den Verantwortlichen für das renommierte, brutale Chrono Box zusammensetzt. Als wir davon erfuhren, war sich unser Team sicher, dass wir uns dieses Spiels annehmen wollen.

Synopsis:

We know of no creature more selfish than humans

Wir spielen den jungen Highschooler namens Haruka Tendou, und wir wissen anfangs gar nichts über ihn. Aus irgendeinem Grund hat er eine unnachgiebige Sucht danach die Wahrheit aufzudecken. Der Schüler scheint von etwas schlimm geplagt zu werden, und wendet sich an ein Mädchen namens Luna. Luna ist die Herrscherin, der sogenannten Eclipse. Um Haruka Tendou dabei zu helfen sein Verlangen zu stillen, unterstellt sie ihm eine Aufgabe, die „Oracle“ genannt wird. Sollte er nicht in der Lage sein die Aufträge, die im beim Oracle erteilt werden, zu erfüllen, dann wird er unvorstellbaren Schmerz erleiden. In Folge dieser Orakelaufträge muss sich Haruka auch gegen seine Freunde stellen und ist auf der Suche nach einer bestimmten Person…

 

Trailer:

Meinung:

DareSora ist kurz, viel zu kurz um wirklich etwas aufzubauen. Das soll es aber auch nicht, denn es ist von der episodischen Struktur her eigentlich nur ein Teaser für das richtige Release. Wir starten in einem Raum zusammen mit einem Mädchen mit einer Augenklappe, die wir aus einem ungeklärten Grund anders behandeln, als unsere anderen beiden Freunde, die danach auftauchen. Das Spiel hat vom mechanischen her nicht allzu viel zu bieten, es gibt eine Choice, die höchstens einen kurzen Textabschnitt und ein paar Namen abändert und das wars. Damit produziert DareSora die Illusion, dass man eine Wahl hätte bei jedem Durchlauf. Leider ist dem nicht so, denn man wird gegen Ende immer auf ein vorgefertigtes Ende ge-streamlined und nur die Endsequenz, bei der man tiefere Details über den Protagonisten Haruka erfahren sollte, ändert sich. Die führt dazu, dass man im Spiel die Achievements auf Steam nutzen muss um zu checken, ob man auch wirklich jede Möglichkeit durch hat und ob nicht noch ein weiteres Ende auf einen warten könnte. Nichtsdestotrotz ist DareSora nicht schlecht, es gibt einen überaus drastischen Twist im Spiel, der wirklich in so einem „Heilige Scheiße, was ist gerade passiert?“-Moment auf einen hereinprasselt, und diese Überraschung wird dann plötzlich mit einem extremen Szenenwechsel verbunden, der Maruo nur gerecht wird. Freut euch auf den Charakter Luna (siehe Bild), da sie stilistisch den Grundstein für den Verlauf des Spiels, vorlegt. Dieser tritt nach ungefähr 20 Minuten Spielzeit ein und zeigt, dass sich hinter DareSora mehr verbirgt, als es vorzugeben scheint. Aber mehr als der Prolog ist es natürlich nicht, weshalb man mit einem Cliffhanger automatisch rechnen muss. Wenn man aber auf diesen fliegenden Wechsel von harmlosem Slice of Life und Irrsinn steht, dann wird DareSora eine sehr anziehende Wirkung haben.

Visuell ist es sehr ansprechend, schöne Hintergründe, düstere Farben und variable Charakterdesigns von Nagahama Megumi, die aber nicht wirklich in die Schule passen, weshalb ich vermute, dass das noch nicht die ganze Wahrheit sein kann. Die musikalische Untermalung ist von dem, von nur Chronobox bekannten „Colega“ aber es catcht mich nicht wirklich. Sie will melancholisch oder extrem sein, aber irgendwie ist sie noch zu schwach um Gefühle hervorzuheben oder memorabel zu sein – da sind wir besseres gewohnt. Das Voice-Acting ist für japanische Verhältnisse gut bis sehr gut und gerade Luna mit ihrer Gefolgschaft kommt genauso krank rüber, wie man sie sich vorstellt, mit Gesprächen über Gott, den Tod, Schicksal und hastenichtgesehen.

Fazit:

Diese Episode bietet nichts mehr als den Prolog zu einer Geschichte von Wahnsinn, Reue und Gewalt, getarnt vor kurzen SoL-Sequenzen, die im Kontrast zu den überaus tiefgründigen Monologszenen stehen. Das Spiel wird euch rund eine Stunde beschäftigen und da liegt auch der Clou. Wenn DareSora es schafft euch in der Stunde zu fesseln, dann werdet ihr es definitiv weiterspielen wollen – wenn nicht, dann nicht. Aber einzig und allein der Cast, der an dem Spiel mitgearbeitet hat, sollte euch schon dazu bringen dieses Spiel auszuprobieren. Wird Haruka es schaffen zeitgemäß die Prüfungen des Orakels abzuschließen und wie tief wird er hineingezogen werden in die ganze Situation? Seht es selbst in DareSora: Tears for the Unknown Sky. Wir sind gespannt, was da noch so kommt.

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Post Author: Hata-tan

Hi, ich heiße Hata-tan oder Ramon (22) und bin ein Student der Japanologie an der Uni Frankfurt am Main. Ich spiele Visual Novels seit 2011 und habe bis dato um die ~60 Visual Novels gespielt. Ich bin einer der drei Admins dieser Seite und bringe euch News, Reviews und kümmere mich um die Struktur.' よろしく~