Demo-Donnerstag: Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You

Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You, ist ein lofi Drama-Dating Sim/Visual Novel, mit sehr viel Retroliebe für die Ästhetik der 90er Jahre.

Das Spiel läuft gerade noch drei Tage auf Kickstarter (Stand: 28. August).
Und hat bereits sein Ziel von 4.216 € erreicht (Stand jetzt: 5.884 €).

Handlung

Endlich raus aus dem kleinen Provinzdorf um in der großen Stadt auf das College zu gehen!

Doch angekommen merkt man schnell, dass es ein durchschnittliches Collegeleben mit ganz normalen Collegeproblemen ist:
Nervige Professoren, ein Mitbewohner, der ständig nervt, welches Mädchen man gerade dated oder zum Herbstball ausführen soll.

Es gibt viele süße Mädchen in der Freundesclique, aber mag eine davon dich auf diese Art und Weise?
Und selbst wenn, ist der Ball doch eine einmalige Sache und kein Date.
Wer weiß schon was kommen wird …?

In Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You ist die Liebe kein einfaches Spiel. Sie ist Chaotisch und kompliziert.
Die Menschen, die dir wichtig sind, werden dich verletzen. So wirst auch du die Menschen verletzen, die dir wichtig sind, auch wenn du dein Bestes gibst, um das zu verhindern.

Die Menschen, für die du etwas empfindest, werden nicht immer das gleiche Gefühl für dich haben und selbst wenn das der Fall ist, wird es nicht für alle Ewigkeiten halten.

Charaktere

Ist sehr engagiert, was Politik angeht, und ebenso auf ihre Leistungen im College bedacht.
Oft beschäftigt, aber in ihrer Freizeit hört sie gerne Musik, liest und geht am Wochenende mit Freunden feiern.
Sie denkt immer an ihre Zukunft. (Manchmal ein bisschen zu viel.)

 

"Ich bin ein Mädchen, das nicht gerne teilt."

Ist Bassistin in der Punkband Strangle the King.
Glaubt an den baldigen Verfall der Gesellschaft.
Liebt ihren Bass, Camping und Alkohol.
Sucht gerade Leute für sich und Todd, die mit ihnen Campen gehen.

 

"Wenn ich nicht antworte, nimm es nicht persönlich. Ich mag dich dann einfach nicht."

Sie ist die beste Freundin aus Kindheitstagen.
Ist für alles Neue offen und neugierig.
Zum Thema Liebe scheint sie jemanden im Kopf zuhaben.

 

 

"Wenn mich diese Person endlich bemerken würde ..."

Auch "MissSquidGirlFan543".
Sehr großer Anime-/Gaming-Nerd.
Verbringt ihre Zeit gerne online und schreibt dort in Leetspeak.
Zog in die Stadt und versucht mehr Freunde im echten Leben zu finden und auch offline etwas zu unternehmen.

 

"IDK, lass es uns einfach nicht überstürzen, ok?"

Der Cheerleader des Campus.
Ist eigentlich im zweiten Semester, sieht sich selbst jedoch als Neuling.
Probiert alle AGs und schulische Aktivitäten aus, um neue Freunde zu finden, mit denen sie Party machen kann und die nichts gegen ein bisschen flirten haben.

"Versteh es doch, ich suche momentan einfach nach nichts Ernsterem."

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Um noch mehr Information zu den Charakteren zu bekommen, schaut gerne bei ihrem Kickstarter vorbei, da dort die Vorstellung noch detaillierter ist.

Storytelling/Mechaniken

Die Story stammt aus der Feder von Christian DeCoster, dem Developer/Publisher und hat mich je länger die Demo ging umso mehr in ihren Bann gezogen.

Ob es nun um Diskussionen zwischen zwei Charakteren ging, gemeinsam in einen Schlafsack zu passen oder wenn sich eine Situation sehr zuzuspitzen drohte.

Man hatte immer die Intention im Kopf eines gutgeschriebenen Dramas, mit viel Humor und Sympathie.
Mich hat das ganze auch von seiner Art her an manchen Stellen etwas an Stand By Me erinnert, einem Filmklassiker und sehr schönen Coming-of-Age-Film, der für mich bis heute den Gedanken für das Sommerabenteuer, erwachsen werden und Freundschaft repräsentiert.

In der Demo sind vier Enden spielbar und es sind im fertigen Spiel für jeden Charakter mindestens zwei Enden geplant – das bekannte gute und schlechte Ende und noch mehr.

Dazu kommt, dass man allein in der Demo sehr viele Entscheidungen trifft, was ich sehr konsequent finde, um dem Spieler aufzuzeigen, was ihn im fertigen Spiel erwartet.
Man lernt so zusätzlich die einzelnen Charaktere noch besser kennen und es gibt ihnen mehr Tiefe.

Aus meiner Sicht könnten gerne mehr Entwickler von Visual Novel mehr Entscheidungen mit einbringen.
Auch um es dadurch so zu konzipieren, dass der Spieler es gerne noch einmal von vorne startet, einfach um alle kleinen Dialoge mitnehmen zu können.

Kommen wir zum Punkt Mechaniken:

Das Hauptaugenmerk des Spieles ist diesmal in andere Punkte gegangen (ich gehe in Artstyle und Soundtrack näher darauf ein, welche dies sind).


Nichtsdestotrotz müssen die Mechaniken erwähnt werden, weil sie einfach so einzigartig sind und grandios alle anderen Punkte des Spieles unterstützt und so ein gemeinsames, großes Ganzes erschafft.

Don't Take It Personally, I Just Don't Like You- Demo Trailer

Sobald sich eine Situation droht zu verschärfen oder gar zu eskalieren, so beginnt der Bildschirm wie in einer Videoaufnahme zu rauschen und flimmern.
Je nach stärke der Umstände des Problems wird das Rauschen so intensiv, dass es immer unangenehmer wird und die Musik verstummt ab einem bestimmten Punkt.
Diese Mechanik breitet sich in diesen stressigen Situationen auch auf das Menü aus. (Wie es zur Idee kam so eine Mechanik zu verbauen, darauf gehe ich im Punkt Zusatz ein.)

Auch das Layout von Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You, also Textboxen und Menüs sind alle ausnahmslos im schönen 90er VHS-/Computer Setting designet worden.

Darüber hinaus kann man am Anfang seinen Namen wählen und welches Geschlecht man haben möchte.

Artstyle

Für die schönen Charaktere im Schwarzweiß 90er Jahre-Stil ist Ashley O’Handley verantwortlich und ich war gleich verliebt in die Optik – als 90er-Jahrekind.
Die Atmosphäre wird grandios eingefangen und vermittelt.

Anders als bei den meisten Visual Novels hat man hier nicht lange gebraucht, um das finale Design der Charaktere zu finden.
Ashley hat sehr schnell die Charaktere so umgesetzt, wie es sich Christian vorgestellt hat und wie sie nun in der Demo zu sehen sind.

Die CGs kommen eher seltener zum Zug und werden, wenn sie vorkommen, eher als BG benutzt, sind aber simpel und in ihrer Einfachheit trotzdem effektiv und schön anzusehen bzw. erzählen das, was sie erzählen wollen.


Etwas Besonderes hat man noch bei den Hintergründen gemacht; so sind diese Realfotografien, die man selber gemacht hat und mit Filter versehen hat.
Laut Christians Aussage sind diese bei ihm um die Ecke entstanden.
Was natürlich auch noch erwähnt werden muss, ist der Filter, der über dem ganzen Spiel liegt und dem Spieler suggeriert, eine alte VHS-Kassette zu schauen.
Wie ich erfahren konnte, wird im fertigen Spiel auch der Filter einstellbar sein, da er manchen beim Spielen etwas zu stark war und die Sicht auf den Text etwas erschwert hat auf Dauer.


Soundtrack

In diesem Punkt liegt neben dem Artstyle und dem Script der größte Faktor des Spieles.

Passend zum Touch und der schönen Optik von Hintergründen und Charakteren hat man sich hier für das entschieden, was nicht hätte besser passen können: LO-FI

Diese Musikrichtung ist in den letzten Jahren sehr durch die Decke geschossen und ich muss beichten, dass ich dieses Musik-Genre auch sehr gerne höre. Sei es beim Entspannen auf der Couch oder auch wie passend beim Schreiben von Artikeln – aber zurück zum Spiel.

In Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You sind die Lo-fi-Titel auf sehr hoher Qualität und machen das ganze Erlebnis dieses liebevoll gestalteten Retroabenteuers noch perfekter.
Der Soundtrack wurde von Lofi Dreams komponiert und umgesetzt. Schaut gerne mal auf seinem YouTube Kanal vorbei, einfach guter Lofi mit guten Gedankengängen und Umsetzungen.

Ich habe mich selbst beim Spielen der Demo erwischt, wie ich jemandem geschrieben habe und nach 15 Minuten (in dieser Zeit das Spiel auf dem Bildschirm weiterlief) gemerkt habe, das ich gerade doch das Spiel spiele!

Hört einfach mal rein in die Playlist:

Verbessungsvorschläge für die Demo

In diesem Punkt fasse ich mich dieses Mal sehr knapp.

Manchmal passierte es, wenn man „weiterklickt“, das der Text einen Absatz weiterging, so als hätte man doppelt geklickt, aber dafür gibt es die History und man kann kurz nachschauen.
Ist mir persönlich ein paar Mal passiert, nichts Weltbewegendes und es ist ja noch die Demo und das als einzige Kritik bzw. Verbesserungsvorschlag ist ja nicht schlimm.

Zusatz

Wie weiter oben schon erwähnt, gehe ich hier nochmal auf die Mechanik des Rauschens ein.

Diese sollen Panikattacken darstellen und sind wirklich gut gemacht und effektiv umgesetzt.
Das wirkt deshalb so intensiv und effektiv, weil Cristian DeCoster selbst privat Erfahrung mit diesem Thema in seinem näheren privaten Umfeld gemacht hat.
So wollte er einfach mal zeigen, wie es so ist, wenn man darunter leidet und wie sehr einen das gerade in Stresssituationen zermürben kann.

Zu Ashley gibt es auch noch einen Punkt anzubringen, nämlich ist das Spiel ihre erste Arbeit zum Thema Visual Novel-Herstellung bzw. ihre erste Erstellung von Sprites für ein VN.
Und dafür sind die Charaktere einfach ausgezeichnet geworden und treffen den Ton des Spiels zu 100 Prozent. Liebevoller und Knuffiger 90er-Jahrestil.

Einen Preis erhielt das Spiel auch bereits in dem Wettbewerb MassDigi, das jährlich in Massachusetts stattfindet in der Kategorie Runner Up.

Fazit

Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You ist eine Visual Novel/Dating Sim, die auf jeden Fall mit seiner Optik und Musik sehr in der Wahrnehmung bleibt.

Dazu kommen sehr viele Entscheidungsmöglichkeiten, gut geschriebene Dialoge und der lofi-Soundtrack.

Der „Rauscheffekt“ in Stresssituationen und der VHS-Filter, der über allem liegt, sind sehr schöne Ideen und die Umsetzung fängt den Retro-/Vaporwave-Charme sehr gut ein.

Das Spiel ist einfach eine Liebeserklärung an die 90er Jahre.
VHS, alte Monitore und lofi-Musik, die die letzten Jahre wieder ihren Aufschwung gefunden haben, finden hier Anklang, Erwähnung und Huldigung.

Ich lege euch dieses Spiel sehr ans Herz, wenn ihr euch an dem Thema rund um Retro erfreut und ihr gerne in eine grandios gestalteten Welt mit viel Sympathie, Herz und Liebe zum Detail eintauchen mögt.

Don't Take It Personally, I Just Don't Like You: Kickstarter Trailer

Man merkt, ich bin sehr angetan von der Demo.
Als jemand der gerne selber Retrografiken in seiner Freizeit erstellt und Lo-fi hört, trifft es einfach ins Schwarze.
Ich freue mich schon auf die Vollversion und bin schon sehr neugierig wieder in die Welt rund um VHS-Rauschen, Lofi-Musik und sehr gut geschriebenen 90er-Jahre-Charakteren abzutauchen.

Besucht auch Twitter, Itch.io, Discord, Instagram und natürlich Kickstarter und supportet das Team, da steckt wirklich viel Potenzial drin!

Ein persönliches Dankeschön geht auch an Christain DeCoster und Ashley O’Handley, die sich Zeit für mich genommen haben und mit viel Freude und Spaß meine Fragen beantwortet haben.

Ich wünsche dem Team und dem Spiel viel Erfolg und würde mich freuen in Zukunft noch mehr in diese Richtung davon zu sehen oder andere Titel aus deren Feder, mit der gleichen Liebe und Energie wie bei Don’t Take It Personally, I Just Don’t Like You.

Autor: Mahougao

Hallo, ich bin MahouGao. Als Visual Novel-Liebhaber habe ich sehr viel Kenntnis über das Medium. Ich bin ein laufendes Popkultur-. Anime- und Manga-Lexikon. Zudem bin ich Idol- und Magical Girl-Trash Boi. GFXler für VNinfo und ab und an auch Autor für Artikel.